Asien und Europa verlieren
Angst vor Handelskrieg setzt Börsen unter Druck

Der Aufwärtstrend an der Schweizer Börse dürfte fürs erste abgeschlossen sein. Die Einführung von Strafzöllen der USA gegenüber Kanada, Mexiko und China hat die Angst vor einem Handelskrieg und vor negativen Folgen für die Weltwirtschaft wieder aufleben lassen.
Publiziert: 10:05 Uhr
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Aktualisiert: 10:48 Uhr
Der Entscheid der US-Regierung, hohe Zölle für Waren aus Mexiko, Kanada und China einzuführen, setzt die Börsen unter Druck. Die asiatischen Märkte, wie etwa der Nikkei-Index in Japan, verbuchen bereits hohe Verluste.
Foto: FRANCK ROBICHON
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SDASchweizerische Depeschenagentur

Für den Schweizer Leitindex SMI wird laut der Plattform des Brokers IG ein Minus von 1,65 Prozent angezeigt. Der deutsche DAX Index wird um 2,2 Prozent tiefer erwartet. Auch an den US-Aktienmärkten werden weitere Kursverluste erwartet. Tiefer Indexwerte sind bereits an asiatischen Börsenplätzen zu sehen.

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Händler befürchten daher auch an der Schweizer Börse Gewinnmitnahmen. Denn nach dem Anstieg seit Jahresanfang gilt der hiesige Markt als überkauft und daher anfällig für eine Korrektur. Der SMI hat im Januar insgesamt um 8,6 Prozent zugelegt und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (+4,2%).

Berichte über die Einführung von Importzöllen hatten schon am vergangenen Freitag den New Yorker Börsen einen Dämpfer und den Rekordlauf beendet. Dies setzt sich zu Wochenbeginn in Fernost fort, wo der japanische Nikkei Index fast drei Prozent einbüsst. In Hongkong gibt der Hang Seng Index mehr als ein Prozent nach.

Klar im Plus steht der US-Dollar, der von Anlegern in unsicheren Zeiten gerne als sicherer Hafen angesteuert wird. Zudem schürt der Handelskrieg Inflationsängste. Dies spricht wiederum dagegen, dass die US-Notenbank die Zinssätze in den nächsten 12 bis 18 Monaten senken könnte.

Das Währungspaar Dollar-Franken wird aktuell zu 0,9161 gehandelt nach 0,9106 Franken noch am späten Freitagabend. Das Euro-Dollar-Paar notiert bei 1,0238 nach 1,0374 Dollar.

Die USA verhängen ab dem morgigen Dienstag auf Importe aus den Nachbarländern Mexiko und Kanada 25 Prozent Zölle, nur auf Energie-Einfuhren aus Kanada 10 Prozent. Auf alle Einfuhren aus China werden ebenfalls zusätzlich 10 Prozent fällig.

Die EU könnte die nächste sein. Dies sagte Präsident Donald Trump auf die Frage, ob er auch Zölle auf Produkte aus der EU erheben werde. Dies dürfte dann auch die Schweizer Industrie tangieren, liefert sie doch einen Grossteil ihrer Waren in die EU.

Der Entscheid von Präsident Trump sei der erste Schlag in einem möglicherweise sehr zerstörerischen globalen Handelskrieg, heisst es in eine Kommentar von Capital Economics. Die Einfuhren aus der EU dürften in den nächsten ein bis zwei Monaten betroffen sein, und im April werde ein allgemeiner Zoll eingeführt. Mit den hohen Zöllen steigen auch die Inflationssorgen in den USA wie auch weltweit.

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