Es war ein denkwürdiger Final, den sich Novak Djokovic und Stan Wawrinka an den US Open lieferten. Bekanntlich mit dem besseren Ende für den Schweizer.
Aber die Tenniswelt fragt sich: War der Djoker angeschlagen?
«Ich hatte physische Probleme und wusste gar nicht, ob ich überhaupt an den US Open teilnehmen kann», beurteilt die Weltnummer 1 ihre eigene Leistung noch im Platzinterview unmittelbar nach dem Spiel. «So ist der Finaleinzug sicherlich ein Erfolg, vor allem, wenn nach 8 Monaten auf der Tour langsam die Kräfte schwinden.
Viel Lob für Wawrinka
Trotz körperlicher Beschwerden bleibt Djokovic auch in der Niederlage ein Grosser. «Meine Zehennägel waren offen und bluteten, ich habs aber probiert.» Dann macht er klar, dass dies aber nicht als Ausrede für die Final-Pleite gilt. «Stan hat die Trophäe verdient. Es ist ganz einfach, er war der bessere Spieler.»
Vor allem auch, weil Wawrinka im Unterschied zum Serben die Big Points gewann. Djokovic: «Ich hab viele Breackchancen nicht genutzt. Das war schrecklich. Schrecklich von meiner Seite.»
Die Titelverteidigung hat Djokovic an den US Open verpasst. Aber der 29-Jährige hat diese Saison zwei Grand Slams (Melbourne, Paris) gewonnen, bleibt auf dem Tennisthron sitzen – und ist schon wieder gierig nach weiteren Erfolgen.
Der Serbe kündigt an, bei den kommenden Turnieren in Asien wieder angreifen zu wollen und schliesst die Pressekonferenz in New York mit philosophischen Worten: «Das Leben ist eine Lektion. Ein grosses Buch. Und wir schreiben Geschichten. Und es wird wieder eine neue Geschichte geschrieben werden.» (rab/S.H.)