Damit hat zum Abschluss dieser Speed-Weltcupsaison kaum jemand gerechnet: Lukas Feurstein beschert den zuvor arg gebeutelten Österreichern im Super-G von Sun Valley (USA) den ersten Sieg in dieser Weltcup-Saison. Und zwar in besonders eindrücklicher Manier.
Der 23-Jährige knöpft auf dem technisch besonders anspruchsvollen Kurs Superstar Marco Odermatt (Rang 5) fast eine Sekunde ab und auch Abfahrts-Weltmeister Franjo von Allmen büsst als Dritter immer noch vier Zehntel auf den Vorarlberger ein. Trainer-Legende Sepp Brunner, der sich mit diesem Triumph als ÖSV-Speed-Chef verabschiedet, wartet vor dem Gang in die Pension mit einer kernigen Botschaft auf: «Sofern die Gesundheit mitspielt, wird Lukas die Schweizer in Zukunft noch öfter ärgern!»
Die Mama hat ebenfalls Weltcuppunkte gewonnen
Feurstein hat viel Talent von seiner Mutter Veronika Kappaurer geerbt, welche als Slalom-Spezialistin zwischen 1993 und 1997 insgesamt 25 Weltcuprennen (ein Top-15-Rang) bestritten hat. 2021 wurde der Cousin von Riesen-Spezialist Patrick Feurstein (28, im Dezember hinter Odermatt Zweiter in Val-d’Isère) Junioren-Weltmeister im Riesenslalom.
Zu Beginn dieses Winters hat er als Dritter beim Super-G in Beaver Creek sein erstes «Stockerl» im Weltcup herausgefahren. Dass es für Feurstein in den darauffolgenden Rennen nicht im selben Stil weiterging, war vor allem auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen. Kurz nach der Rückkehr aus Nordamerika musste sich Feurstein operieren lassen, weil er sich im Training die Hand gebrochen hat. Und im Januar musste der Head-Pilot in Kitzbühel in Form von einer Schuhrandprellung einen weiteren schmerzlichen Rückschlag einstecken.
Und Sepp Brunner erinnert daran, «dass Lukas wegen eines Bandscheibenvorfalls in den letzten zwei Jahren kaum trainieren konnte. Wenn er diese Rückenprobleme nicht gehabt hätte, wäre er jetzt noch weiter.»
Feuz macht dank Feurstein aus fünf Stutz 325 Franken
Derzeit deutet alles darauf hin, dass Feurstein in der Vorbereitung auf den nächsten Winter seinen Trainingsumfang deutlich wird erhöhen können, weil es seinem Rücken sehr viel besser geht. Deshalb müssen wir davon ausgehen, dass der Mann aus dem Bregenzer-Wald Odermatt und Co. von nun an tatsächlich regelmässig zur Gefahr wird.
Beat Feuz gehört zu den wenigen Experten, die bereits am Sonntag erfolgreich auf Feurstein gewettet haben. «Vor dem Super-G in Sun Valley wurde ein Top-3-Rang von Feurstein mit einer 65er-Quote angeboten. Ich habe fünf Stutz auf ihn gesetzt, somit hat mir der Sieg von Lukas einen Gewinn von 325 Franken eingebracht», verrät der Abfahrts-Olympiasieger aus dem Emmental gegenüber Blick.
Feuz hat Feurstein aufgrund von einem seiner wichtigsten Weggefährten seit dem letzten Winter, so richtig auf dem Radar: «Mein langjähriger Servicemann Sepp Kuppelwieser, der mittlerweile für Franjo von Allmen tätig ist, war im Vorjahr für die Ski von Lukas zuständig. Sepp ist ein sehr bedächtiger Mensch, der sehr spärlich mit Superlativen umgeht. Aber im Fall von Feurstein hat er mir früh angekündigt, dass dieser Bursche grosses Potenzial besitzt. Sepp hat wie so oft recht gehabt.»