Die Geschichte des 22-jährigen Zürcher Oberländers ist bemerkenswert. Gilles Roulin fuhr bis anhin im Europacup. Bis am 6. Januar 2017 versuchte er da vergeblich, aufs Podest zu fahren.
Innerhalb weniger Wochen änderte sich das schlagartig. Inzwischen hat er sieben Rennen gewonnen und steht als Sieger der Gesamtwertung des Europacups fest.
Der Lohn dafür: Roulin hat für nächste Saison einen fixen Startplatz im Weltcup – und zwar in jeder Disziplin, und kommt bereits diese Woche in Kvitfjell zu seinem Debüt bei den Grossen.
Gilles Roulin absolviert neben seiner Ski-Karriere ein Jura-Fernstudium und auch nicht die Absicht dieses nun aufzugeben: «Der Skirennsport ist nun einmal sehr gefährlich, ein einziger Sturz kann diese Karriere beenden. Deshalb will ich mein Studium mit allen Konsequenzen durchziehen.»
Eigentlich hatte er als Bub Gefallen am Snowboard gefunden. Doch Bruno Kernen, der Abfahrtsweltmeister von 1997, hat ihn an einem Skitag, an dem Roulin teilnahm, dazu motiviert, einem Skiklub beizutreten.
Unter den Fittichen von Franz Heinzer, der seit zehn Jahren einen exzellenten Job als Swiss Ski-Europacup-Trainer macht, hat sich Roulin mit einer feinen Technik und grossem Talent nun die Pistenreife für den Weltcup geholt. Beim Training in Kvitfjell hat er sich mit Rang 46 und 2,67 Sekunden Rückstand auf Sieger Guay vorsichtig an die Weltelite herangetastet.
Dominiert wurde das Training von Super-G-Weltmeister Erik Guay (Ka) und von Hannes Reichelt (Ö). Die Schweizer deckten ihre Karten noch nicht auf. Mauro Caviezel, Carlo Janka und Weltmeister Beat Feuz belegten die Ränge 10 bis 12. Urs Kryenbühl überraschte mit Rang 14.