Es ist ein ganz besonders Kunststück, dass Joel Ambühl (26) am Surentaler Frühjahrsschwinget vollbringt. Trotz der Schlussgang-Niederlage gegen Joel Wicki gehört der Eidgenosse zu den grossen Siegern. «Ich dachte heute ein paar Mal an das vergangene Jahr», erklärt er mit wässrigen Augen.
In Sursee LU bestritt er sein erstes Schwingfest nach der schweren Verletzung, die er sich im letzten Frühling an gleicher Stelle zugezogen hatte. Im fünften Gang riss sich Ambühl damals das Kreuzband. Seine Saison war beendet, bevor sie richtig begonnen hatte. «Das tat richtig weh.»
Enge Verbindung zu Wicki
Der Weg zurück verlangte dem gelernten Maurer alles ab. «Das Schlimmste war, dass ich derart lange nicht ins Sägemehl durfte.» Sein Umfeld gab ihm während langen Zeit des Wiederaufbaus Halt. «Meine Familie hat mich unglaublich unterstützt. Genauso wie meine Freundin und meine Trainer. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.»
Eine besondere Rolle in dieser schwierigen Zeit spielte auch sein Schlussganggegner. Mit Wicki verbindet ihn eine enge Freundschaft. «Ich schätze den Austausch mit Joel sehr. Ich konnte schon viel von ihm profitieren.» Mit einem Augenzwinkern fügt Ambühl hinzu: «Er hoffentlich auch ein bisschen von mir.»
Was der Schwingerkönig kurz darauf bestätigt. Vor allem im Training pushen sich die beiden an ihre Grenzen und darüber hinaus. «Er ist brutal stark», zeigt sich Wicki beeindruckt. So würden sie sich gegenseitig noch besser machen. «Als Teamkollege ist er neben den anderen sehr wichtig.» Vor allem im Hinblick auf das Eidgenössische Schwingfest Ende August in Mollis GL.
Schlussgang-Paarung: «unglücklich»
Auf das vergangene Jahr von Ambühl angesprochen, sagt Wicki: «Er ist ein grosser Kämpfer.» Das zeigte sich auch am Schwingfest. Ambühl brauchte einige Gänge, bis er richtig ins Fest fand. «Am Morgen hatte ich ein spezielles Kribbeln im Bauch», sagt der Rückkehrer.Mit einem Sieg kurz vor Schluss sicherte er sich die Schlussgangteilnahme. Dass er dort auf Wicki traf, bezeichnet der König als «unglücklich». Denn: «Er hätte den Sieg auch verdient gehabt.» Doch Wicki war an diesem Tag der mit Abstand beste Schwinger. Einzig im ersten Gang gegen Nick Alpiger (29) resultierte ein Gestellter.
Danach vergrub er seine Gegner reihenweise im Sägemehl. Somit triumphierte der Favorit zum fünften Mal am Surentaler Frühjahrsschwinget. «Ich bin froh, dass es derart gut aufgegangen ist.» Der Fahrplan auf dem Weg zur Titelverteidigung des Königsthron stimmt.
Das Fest Gang für Gang zum Nachlesen:
Wicki bodigt auch seinen Freund – Festsieg!
Der Auftakt in die neue Saison ist Schwingerkönig Joel Wicki mehr als geglückt. Der Luzerner gewinnt fünf von sechs Kämpfen. Im Schlussgang bezwingt er seinen Freund Joel Ambühl.
Nur zum Festbeginn muss der Topfavorit das Sägemehl ohne Jubel-Geste verlassen. Im Duell mit dem Eidgenossen Nick Alpiger resultiert ein Gestellter. Danach feiert er gleich mehrere Blitzsiege. Teilweise stehen seine Konkurrenten keine zwei Sekunden auf den Beinen. Sein Festsieg ist deshalb mehr als verdient. Der Fahrplan in Richtung Eidgenössisches Schwingfest Ende August in Mollis GL stimmt.
Auch sein Schlussganggegner darf zufrieden sein. Ambühl kam von einer Verletzung zurück.
Bereits früh aus dem Schlussgang-Rennen fällt Nick Alpiger. Der Nordwestschweizer Gast stellt gegen den unangenehmen Samuel Schwyzer. Ähnlich schwer tut sich sein Teilverbandskollege Patrick Räbmatter. Zum Auftakt seiner Abschiedstournee, die Mitte Juni am Aargauer Kantonalen endet, klassiert er sich ausserhalb der absoluten Spitzenplätze.
Wicki trifft im Schlussgang auf guten Freund
Wer soll diesen Wicki aufhalten? Wieder gewinnt der Schwingerkönig nach wenigen Sekunden. Diesmal heisst sein Opfer Urs Doppmann. Souverän zieht Wicki in den Schlussgang ein.
Dort trifft er auf seinen guten Freund und Trainingskollegen Joel Ambühl. Dieser bezwingt Roman Wandeler kurz vor Schluss.
Weitere Siege gelingen den beiden Gästen Nick Alpiger und Patrick Räbmatter.
Weiterhin weit vorne klassiert ist Luc Bissig (17). Erfreulich aus Innerschweizer Sicht ist auch die Leistung von Marc Lustenberger. Dieser könnte – wie auch Roger Bürli – von einem gestellten Schlussgang profitieren und den Festsieg erben. Vorausgesetzt, er gewinnt seinen sechsten Kampf.
Wicki braucht für Blitzsieg keine zwei Sekunden
Nick Alpiger erhält das nächste Innerschweizer Talent vorgesetzt. Diesmal misst sich der Nordwestschweizer mit Luc Bissig (17). Der Luzerner wehrt sich tapfer, muss sich aber nach rund drei Minuten geschlagen geben. Eine Schlussgang-Teilnahme bleibt für Alpiger aber ausser Reichweite.
Weiter in Richtung Festsieg marschiert Schwingerkönig Joel Wicki. Der Luzerner fährt den nächsten Blitzsieg ein. Jonas Troxler bleibt keine zwei (!) Sekunden auf den Beinen. Trotzdem wird Wicki in der Rangliste nur als Zweiter geführt.
Ganz vorne steht der Name Urs Doppmann. Der Teilverbandskranzer hat bisher dreimal mit der Maximalnote gesiegt.
Hoffnungen auf eine Schlussgangteilnahme darf sich auch Rückkehrer Joel Ambühl machen. Der Baumaschinenmechaniker setzt sich gegen Patrick Scherrer durch.
Ebenfalls seinen dritten Sieg feiert Samuel Schwyzer. Er besiegt Justin Schmid. Seinen zweiten Sieg fährt Eidgenosse Patrick Räbmatter ein.
Innerschweizer Talente nerven die stärksten Gäste
Ein Sieg der Gäste wird immer unwahrscheinlicher. Nick Alpiger muss sich nach dem Gestellten im Anschwingen mit Joel Wicki erneut mit einem Unentschieden begnügen. Samuel Schwyzer (23) gilt als Defensivkünstler und stellt dies einmal mehr unter Beweis. Das Talent aus Grosswangen LU kommt nicht in Bedrängnis. Abgeklärt nimmt er den stärksten Gast aus dem Schlussgang-Rennen.
Damit ist der Weg frei für Schwingerkönig Wicki. Dieser gewinnt seinen dritten Gang gegen Roger Bürli souverän und nähert sich der Ranglistenspitze. Nach drei Gängen hat noch kein Schwinger drei Siege auf dem Konto. Weit vorne liegt auch Joel Ambühl. Der Eidgenosse feiert bei seinem Comeback den zweiten Sieg.
Weiterhin richtig viel Freude machen die Innerschweizer Talente. Nebst Schwyzer zeigt sich auch Luc Bissig (17) mit zwei Siegen und einem Gestellten richtig stark. Das dickste Ausrufezeichen setzt aber Marc Lustenberger (22). Er bodigt den 140-Kilo-Koloss Patrick Räbmatter. Für den Eidgenossen ist es bereits die zweite Niederlage.
Wicki wirbelt seinen Gegner durch die Luft
Der erste Sieg von Joel Wicki ist typisch für den Schwingerkönig. Er lässt seinen Gegner durch die Luft fliegen und knallt ihn dann auf den Rücken. Ein Raunen geht durch das Publikum. Die Fluglektion erhielt Jonas Amrhyn.
Auch Nick Alpiger zeigte eine starke Reaktion auf den passiven Auftritt im ersten Gang. Der Nordwestschweizer bodigt Adrian Egli. Sein Teilverbandskollege Patrick Räbmatter tut es ihm gleich. Er bezwingt Simon Schmid. Ohne Resultat bleibt das Duell zwischen dem Eidgenossen Joel Ambühl und dem Teilverbandskranzer Urs Doppmann.
Ganz weit vorne befindet sich mit Luc Bissig (17) eine Innerschweizer Zukunftshoffnung. Im letzten Jahr gewann er den Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag. Nun macht er sich auf, in dieser Saison einige Ausrufezeichen bei den Aktiven zu setzen. Vielleicht sogar bereits heute. Ebenfalls zwei Siege nach zwei Gängen hat das Innerschweizer Talent Samuel Schwyzer.
Ambühl nach Kreuzbandriss zurück
Für den emotionalsten Moment im ersten Gang sorgt der Eidgenosse Joel Ambühl. Vor einem Jahr zog er sich an diesem Schwingfest einen Kreuzbandriss zu. Nun kehrt Ambühl ausgerechnet an diesem Ort ins Sägemehl zurück.
In seinem ersten Kampf nach der schweren Verletzung bezwingt der gelernte Maurer Roman Fellmann. Dafür erntet Ambühl besonders viel Applaus.
Einen schlechten Start in seine letzte Saison erwischt Patrick Räbmatter. Der rund 140 Kilogramm schwere Eidgenosse verliert gegen Marco Fankhauser. Freude macht die zweite Garde der Innerschweizer. Zum Beispiel Luc Bissig. Der letztjährige Sieger des Eidgenössischen Nachwuchsschwingertages bodigte Nico Schärer. Auch Samuel Schwyzer konnte seinen ersten Kampf für sich entscheiden.
Kampfrichter bestrafen Alpiger
Das Duell der beiden Topfavoriten zwischen Nick Alpiger und Joel Wicki endet unspektakulär mit einem Gestellten. Zu reden gibt das Verhalten von Nick Alpiger. Die Kampfrichter ziehen dem Gast aus der Nordwestschweiz einen Viertelpunkt ab!
Was war passiert? Das Greifen dauerte mehrmals länger als 20 Sekunden. Aus Sicht der Kampfrichter ist dies vor allem Alpigers Schuld. Irgendwann reisste dem Kampfrichter der Geduldsfaden. Er verwarnt den Eidgenossen zunächst und zieht ihm bei einem weiteren Fehlverhalten beim Greifen einen Viertelpunkt ab. So erhält er für seinen Gestellten nicht wie üblich die Note 8.75, sondern eine 8.50, was normalerweise bei einer Niederlage geschrieben wird.
Damit liegt Alpiger bereits nach dem ersten Gang leicht zurück. Wicki kann mit seiner Leistung zufrieden sein. Zweimal bringt er Alpiger aus dem Gleichgewicht. Zu mehr reicht es nicht, auch weil Alpiger nie in die Offensive geht.
Wicki-Gegner ist bekannt
Lange wurde in Sursee LU gerätselt, nun ist klar auf wen Schwingerkönig Joel Wicki im ersten Gang trifft. Der Publikumsliebling greift mit dem Eidgenossen Nick Alpiger zusammen. Damit entspricht die Einteilung den Wünschen der Zuschauer. Bereits im Anschwingen kommt es zum Duell der beiden Topfavoriten.
Ein weiterer Anwärter auf einen Spitzenplatz ist der Eidgenosse Patrick Räbmatter. Er trifft auf Marco Fankhauser. Mit Joel Ambühl feiert heute ein Eidgenosse sein Comeback. Nach einer einjährigen Verletzungspause misst er sich im ersten Gang mit Roman Fellmann.
Die Zwilchhosen hängen bereit und auch das Wetter spielt mit: Dem Surentaler Frühjahrsschwinget steht nichts mehr im Weg.
Joel Wicki im Interview
Apropos Joel Wicki: Schon vor seinen ersten Ernstkämpfen in Sursee hat der König ausführlich mit Blick geredet und dabei klare Worte gefunden. Wicki spricht über seine veränderte Saisonvorbereitung, seinen Ärger über die Teamleistung und auch darüber, was er von den Rücktrittsgerüchten hält.
Die ganze Wicki-Story findest du hier.