Darum gehts
Fabian Stucki
Dieser Nachname verpflichtet zu grossen Leistungen. Schwingerkönig Christian Stucki (40) geniesst längst Legendenstatus. Fabian Stucki (20) wird oft auf den Berner Giganten angesprochen. «Mit Christian bin ich aber nicht verwandt», stellt der Metzger klar. Längst hat er sich selbst einen Namen gemacht. Stucki gewann im vergangenen Jahr seinen ersten Bergkranz. Zusätzlichen Respekt verschaffte sich der Berner mit seiner Leistung am Frühjahrsschwinget in Zäziwil BE. Stucki triumphierte letzte Woche mit dem Punktemaximum. «Damit habe ich mich selbst überrascht. Es ging alles auf.» Der sechsfache Kranzgewinner bodigte unter anderem den Eidgenossen Matthias Aeschbacher (33). Im Winter profitierte Stucki von den perfekten Trainingsbedingungen in Magglingen BE. Als einer von fünf Schwingern durfte er dort die Rekrutenschule absolvieren. «Ich konnte sehr viele Fortschritte machen.» Mit Stucki ist in dieser Saison zu rechnen.
Josias Müller
Im Schatten von Königsfavorit Armon Orlik (29) wächst im Bündnerland ein vielversprechendes Talent heran. Der 19-jährige Josias Müller hat bereits drei Kränze gewonnen. Körperlich bringt der Elektroinstallateur alles für eine grosse Karriere mit. Wenn Müller es schafft, seine knapp zwei Meter optimal einzusetzen, ist er für jeden Gegner unangenehm. Im Winter wurde er von Ex-Skistar Carlo Janka (38) geschliffen. Müller schwärmt vom Athletiktraining: «Er weiss genau, was es braucht, um zu den Besten zu gehören.» Zuletzt bremste Müller aber ein Abszess im Bein leicht aus. «Es hat sich eine grosse Eiterbeule gebildet. Das hat ziemlich wehgetan.» Wegen der Operation verpasst Müller den Start in die Kranzfestsaison. Am St. Galler Kantonalen Ende Mai dürfte er aber bereits wieder im Sägemehl stehen.
Luc Bissig
Der 17-jährige Luzerner träumt gross. «Ich will Schwingerkönig werden.» Diesem Ziel ordnet Bissig fast alles unter. «Ich trainiere praktisch jeden Tag.» Nicht nur körperlich, sondern auch mental. Das zahlt sich aus. Sein bislang grösster Erfolg ist der Sieg am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag im Jahrgang 2007. Als Vorbild bezeichnet er seinen Vater Stefan. Dieser gewann 1993 den Kranz am Luzerner Kantonalen. Nun begleitet er seinen Sohn an jedes Schwingfest und filmt dessen Gänge. Zu Hause analysieren die beiden das Videomaterial. «So kann ich mich laufend verbessern», sagt Bissig, der im Sommer seine Ausbildung zum Landwirt abschliesst. Eine erste Duftmarke setzte der 1,86 Meter grosse und 110 Kilogramm schwere Bissig am Surentaler Frühjahrsschwinget. Nur Schwingerkönig Joel Wicki klassierte sich vor ihm. Bissigs erster Kranzgewinn ist nur eine Frage der Zeit.
Etienne Burger
Auf einem abgelegenen Bauernhof im Berner Jura residiert eine besonders böse Familie. Das Schwinger-Gen erhielten die drei Söhne von Vater Bernhard Burger. Dieser gewann fünf Kränze. Inzwischen haben ihn die beiden Ältesten überholt. Etienne (21) steht noch im Schatten seines Bruders Matthieu (23). Dieser darf sich bereits Eidgenosse nennen. Doch Etienne ist ihm auf den Fersen. Sein grosses Potenzial liess er im letzten Jahr auf dem Brünig aufblitzen. Der Landwirt klassierte sich sensationell auf Rang vier. Vor wenigen Wochen triumphierte Etienne am Rangschwinget in Chavornay VD. Im Schlussgang reichte ihm ein Gestellter – gegen seinen Bruder. Dieser sagte einst, dass Etienne mehr Talent habe als er selbst. So oder so gehört der 21-Jährige zu den Anwärtern auf den Kranz am Eidgenössischen Schwingfest Ende August in Mollis GL.
Christoph Baeriswyl
Auf den ersten Blick wirkt der Freiburger nicht wie ein klassischer Schwinger. Mit seinen 1,76 Metern gehört der 22-Jährige zu den kleineren Sägemehl-Gladiatoren. Mut macht ihm sein Vorbild Hans-Peter Pellet. Dieser erkämpfte sich bei gleicher Körpergrösse die zweitmeisten Kränze (136) der Geschichte. Baeriswyl steht aktuell bei neun Auszeichnungen. Was viele überraschen dürfte, die ihn als Kind kannten. Denn eigentlich schlug das Herz des gelernten Zimmermanns für die Musik. Als Fünfjähriger begann er, auf einem kleinen Euphonium zu spielen. «Ich konnte Musiknoten lesen, bevor ich das Alphabet kannte», sagte Baeriswyl einst. Später entdeckte er den Schwingsport, worauf er sich mittlerweile vollumfänglich konzentriert – mit Erfolg. Was in ihm steckt, zeigte er zuletzt am Wislisau-Schwinget in Rüschegg BE. Dort besiegte Baeriswyl mit Severin Schwander einen Berner Eidgenossen.