«Das war sportlich nicht fair»
Mountainbike-Star Frei ist trotz WM-Bronze angesäuert

Sina Frei muss sich an der Mountainbike-WM in Val di Sole mit Bronze begnügen. Die Schweizerin greift nach dem Titel, wird im entscheidenden Moment aber von Jenny Rissveds ausgebremst. Gold geht an die Österreicherin Laura Stigger.
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Die besten Mountainbikerinnen der Welt am Start: Im Val di Sole geht es um das begehrte Regenbogentrikot.
Foto: IMAGO/SW Pix

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sina Frei holt Bronze bei Short-Track-WM in Val di Sole
  • Jenny Rissveds bremst Frei in letzter Kurve aus, Stigger gewinnt
  • Nicole Koller verpasst Siegchance durch taktischen Fehler, wird Fünfte
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Joël HahnRedaktor Sport

Noch fünf Fahrerinnen sind vor der letzten Runde zusammen. Sina Frei (29) lauert auf ihre Chance, Laura Stigger (25), Jenny Rissveds (32) und die übrigen Konkurrentinnen warten ebenfalls auf den entscheidenden Moment. Dann tritt Frei an. Doch in der letzten Kurve vor dem Anstieg macht Rissveds die Tür zu und bremst die Schweizerin aus. Gold ist damit weg. Frei holt Bronze, Stigger wird Weltmeisterin vor der Britin Richards.

Es ist eine verpasste Chance für Frei. Die Zürcherin war als grosse Favoritin nach Val di Sole gereist und hatte auf der Strecke schon 2021 den WM-Titel im Short Track gewonnen. Dazu kommt ihre aktuelle Topform: An der Heim-EM im Tessin holte sie Doppelgold, zuletzt gewann sie im Weltcup vier Rennen in Serie.

Auch diesmal ist Frei von Beginn weg vorne dabei. Rissveds übernimmt zunächst die Führung und liegt nach drei Runden noch an der Spitze. In der vierten Runde kommt Frei nach vorne und übernimmt das Kommando.

Bitteres Schweizer Malheur

Dann folgt in der fünften Runde ein folgenschwerer Zwischenfall. Ronja Blöchlinger (25) wird von Puck Pieterse (24) abgedrängt und verhakt sich anschliessend unglücklich mit Alessandra Keller (30). Die amtierende Weltmeisterin und Blöchlinger verlieren viel Zeit. Keller beschreibt die Szene später als «mega unglücklich».

Blöchlinger und Keller verheddern sich ineinander
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Medaillen futsch:Blöchlinger und Keller verheddern sich ineinander

Beide kämpfen sich zwar zurück. Keller schafft sogar wieder den Anschluss an die Spitzengruppe, muss dafür aber enorm viel Kraft investieren. «Mein Rennen um den Sieg war falsch gelaufen», sagt die Nidwaldnerin nach dem Rennen gegenüber SRF. Am Ende reicht es für Rang sechs. Blöchlinger wird Zwölfte.

Vorne bleibt das Rennen taktisch. Frei, Rissveds und Koller halten sich in der Spitzengruppe. Vor der letzten Runde wird kaum noch Tempo gemacht. Dann kommt die Entscheidung. Frei greift an, doch Rissveds hält dagegen und bremst die Schweizerin in der letzten Kurve aus. Frei findet keinen Weg vorbei.

«Die letzte Kurve, bevor es in den Aufstieg geht, war meiner Meinung nach nicht sportlich fair», sagt Frei. «Keine Regeln wurden gebrochen, aber es war nicht sportlich fair.» Trotz des Rückschlags gibt sie nicht auf und kämpft bis ins Ziel.

Koller verpasst die letzte Runde

Auch Nicole Koller (29) erlebt ein bitteres Finale. Die Schweizerin glaubt, es gehe noch eine Runde und spart deshalb zunächst Kräfte. Als sie ihren Fehler bemerkt, ist es zu spät. Sie muss sich mit Rang fünf begnügen. «Ich habe den blödsten Fehler gemacht, den man in einem Short Track machen kann», sagt Koller emotional im Interview mit dem Schweizer Fernsehen.

An der Spitze setzt sich Stigger durch und krönt sich zur Weltmeisterin. Richards holt Silber, Frei Bronze. «Am Schluss wollte es nicht sein», sagt Frei. Gleichzeitig nimmt sie das gute Gefühl mit: «Ich habe mich extrem gut gefühlt.»

Lillo kämpft bis zum Schluss

Bei den Männern erwischen die Schweizer keinen optimalen Start, bleiben aber zunächst dran. Die Stimmung in Val di Sole ist derweil prächtig, besonders laut wird es im grossen chilenischen Fanblock. Viele Anhänger sind für den chilenischen Shootingstar Martin Vidaurre Kossmann (26) nach Italien gereist und der lässt sich davon antreiben. Nach zwei Runden übernimmt er die Führung von Europameister Charlie Aldridge (25).

Auch Dario Lillo (24) mischt vorne mit. Nach drei Runden liegt der Schweizer in der Spitzengruppe. Doch dann übernehmen wie erwartet die Franzosen das Kommando. Victor Picolin? Nein: Adrien Boichis (23), Victor Koretzky?, das französische Trio mit Boichis, Mathis Azzaro (26) und Joshua Dubau (30) macht vorne Tempo und zieht das Feld auseinander.

Lillo bleibt lange in Schlagdistanz. In der siebten Runde liegt er auf Rang neun, zwei Sekunden hinter der Spitze. Vor der letzten Runde fällt er zwar aus den Top 10, kämpft sich auf der Zielgeraden aber noch einmal nach vorne. Als Fünfter nimmt er den Anstieg in die letzte Runde in Angriff.

Vorne kommt es zum Duell zwischen Boichis und Aldridge. Der Brite, der vor drei Wochen an der Heim-EM Europameister wurde, muss sich diesmal knapp geschlagen geben. Boichis holt WM-Gold.

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