Die Formel E erlebt momentan eigentlich traumhafte Wochen. Neue Fahrer wie Felipe Massa. Neues Rennen in Bern. Neue spektakuläre Boliden im Batmobil-Design.
Doch nun hat die Elektro-Rennserie ein Problem. Ein Saudi-Problem! Der Saison-Auftakt findet am 15. Dezember in Riad statt. Im Land, das nach der Ermordung von Regimekritiker Jamal Kashoggi international extrem unter Druck steht.
«Das ist neu die Heimat der Formel E»
Doch die Formel E hält an der Wüsten-Premiere fest. «Der Rennkalender inklusive des Saisonstarts in Saudi-Arabien bleibt unverändert. Weiter kommentieren wir das Thema nicht», sagt ein Sprecher.
Formel-E-Boss Alejandro Agag redete diese Woche an der Investoren-Konferenz in Riad, der viele Wirtschaftsgrössen wegen des Kashoggi-Falls fernblieben. Dort lobt Agag sogar Kronprinz Mohammed bin Salman – der unter Verdacht steht, die Beseitigung des Regimekritikers gesteuert zu haben. Agag: «Dank der Vision von Kronprinz Mohammed werden erstmals Elektrorenner in Saudi-Arabien fahren. Das ist neu die Heimat der Formel E.»
Kritische Investoren
Kritischer geht der Schweizer Formel-E-Sponsor ABB mit der Saudi-Krise um. ABB-Chef Ulrich Spiesshofer reiste trotz Einladung nicht zur Investoren-Konferenz nach Riad. Wie goutiert der Konzern, dass der Auftakt der offiziell «ABB Formula E» genannten Serie in Riad stattfinden soll? «Wir beobachten die Entwicklung der Situation aufmerksam», teilt ABB gegenüber BLICK mit.
Die Formel E ist in der Sportwelt aber nicht alleine. Letzte Woche spielten die Fussballstars von Brasilien und Argentinien für viel Geld in der Stadt Dschidda. Eine Million pro Kopf sollen Rafael Nadal und Novak Djokovic für den im Dezember geplanten Show-Match kassieren. Und die Wrestling-Show der WWE schloss einen Zehnjahres-Deal mit den Saudis ab.
Der Protest gegen diese Sport-Events beschränken sich bisher aber auf die sozialen Medien. Huffington-Post-Kolumnist Mohammad Taqi etwa schreibt wegen der Formel E: «Das E steht jetzt für Exekution!»