Das Spiel
Lugano kann den Ausrutscher von Basel gegen Lausanne (1:1) nicht ausnutzen und verpasst den Sprung auf den Leaderthron. In Genf spielen die Luganesi zwar eine halbe Stunde lang in Überzahl, kassieren dennoch eine 0:3-Klatsche.
Servette ist den Tessinern von Beginn an klar überlegen und verzeichnet ein klares Chancenplus, während das Team von Croci-Torti Mühe hat, ins Spiel zu finden. Aus den Chancen kann sich Servette jedoch nicht viel erarbeiten. Severin trifft zweimal die Latte, Stevanovic und Crivelli vergeben aus besten Positionen. Verantwortlich dafür, dass lange keine Tore fallen ist aber auch Saipi. Der Lugano-Schlussmann pariert mehrmals stark und rettet die Luganesi kurz vor der Pause vor dem Rückstand, als Kutesa bei einem Konter alleine auf den Kasten des Tessiners stürmt.
Erst in der 56. Minute muss sich Saipi von Crivelli bezwingen lassen. Kurz danach wird die Genfer Freude über den Führungstreffer getrübt. Cognat steht bei einem Zweikampf unglücklich auf das Knie von Valenzuela, der den Ball grätscht. Schiedsrichter Wolfensberger gibt zunächst nur Gelb, nach Überprüfung am VAR-Bildschirm muss Cognat unter die Dusche.
Kann Lugano die halbstündige Überzahl ausnutzen? Die Antwort lautet Nein. Die Rote Karte gibt den bisher blassen Tessinern zwar kurz Aufschwung. Die Treffer fallen aber auf der Gegenseite. Rouiller baut die Führung nach 80 Minuten aus und trifft nur sechs Minuten später erneut. Servette schliesst dank des Sieges punktgkleich zu Lugano auf und ist neu Dritter.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Servette-Goalie Jérémy Frick: «Zur Halbzeit müsste es 3:0 oder 4:0 stehen. Zweimal hatten wir einen Lattentreffer in der ersten Halbzeit. Wir haben vor dem Tor einfach kein Glück. Wir brauchen zu viele Möglichkeiten, um ein Tor zu schiessen.»
Lugano-Trainer Mattia Croci-Torti: «Wir haben heute keinen Hunger gezeigt, das war unglaublich. Servette hatte mehr Hunger als wir und hat den Sieg daher verdient. Wir müssen uns jetzt Gedanken machen nach diesem Sieg von Servette, so etwas darf nicht passieren. Wir hatten auch das Spiel am Donnerstag, uns fehlte die Energie. Das soll aber nicht als Ausrede gelten.»
Lugano-Goalie Amir Saipi: «Man hat gemerkt, dass wir viele Spiele in den Beinen haben. Wir gingen heute nicht mit 100 Prozent in das Spiel. Das sah man von Beginn an. Wir dürfen nicht so hoch verlieren mit einem Mann mehr. Da müssen wir über die Bücher, das darf uns nicht so passieren.»
Die Tore
56. Minute, Enzo Crivelli, 1:0. Kutesa kommt nach einem Ballverlust der Luganesi zum Abschluss, den Saipi noch parieren kann. Der Abpraller landet jeodch direkt in den Füssen von Crivelli, der nur noch einzuschieben braucht.
83. Minute, Steve Rouiller, 2:0. Von Moos leitet kurz nach seiner Einwechlsung zu Rouiller, der nur noch seinen Fuss hinhalten muss und zum 2:0 einschiebt.
88. Minute, Steve Rouiller, 3:0. Stevanovic spielt den Ball bei einem Freistoss auf Rouiller. Dieser netzt per Kopfball zum Endstand ein.
Der Beste
Was hat Steve Rouiller in der 82. Minute gemacht, als sein Team nur noch zu zehnt war? Niemand weiss es. Aber seine Inspiration verleihte Servette Flügel. Er schoss das 2:0 und wenig später das 3:0.
Der Schlechteste
Servette zeigte sich wie immer offensiv, aber ausnahmsweise war Timothé Cognat sehr unauffällig. Kurz vor der Pause vergab er sogar in einer Überzahlsituation. Kurz nach dem Führungstreffer liess er seine Teamkollegen wegen einer unkontrollierten Geste zu zehnt zurück.
Das gab zu reden
Als Wolfensberger die Halbzeit abgepfiffen hatte, griff VAR Kanagasingam ein und schickte ihn zum Bildschirm. Was war der Grund dafür? Ein angebliches Handspiel von Marques nach einem Kopfball von Rouiller in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit. Der Schiedsrichter entschied nicht auf Elfmeter und schickte alle in die Kabine zum Pausentee. Ob es die richtige Entscheidung war, ist schwierig zu sagen. Die Szene war auf dem Bildschirm nicht richtig zu erkennen.
Die Schiedsrichter
Wolfensberger hat das Spiel gut im Griff. Bei den VAR-Einsätzen schien er die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Die Zuschauer
Die Stimmung war zu Beginn des Spiels trist, da die Genfer während der ersten Viertelstunde des Spiels streikten. Für den Rest des Spiels machten sie dann wie gewohnt Stimmung und sangen. 9242 Zuschauer sahen sich das Spiel in Genf an.
So gehts weiter
Servette empfängt nächsten Sonntag um 16.30 Uhr Winterthur in Genf. Lugano reist unter der Woche am Mittwoch (20.30 Uhr) im Rahmen der Cup-Achtelfinals zu Yverdon. In der Meisterschaft gastieren die Tessiner am Samstag in Luzern (20.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | FC Basel | 16 | 22 | 29 | |
2 | FC Lugano | 16 | 6 | 28 | |
3 | Servette FC | 16 | 3 | 28 | |
4 | FC Zürich | 16 | 4 | 27 | |
5 | FC Luzern | 16 | 5 | 26 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 16 | 3 | 24 | |
7 | FC St. Gallen | 16 | 4 | 21 | |
8 | FC Sion | 16 | 1 | 20 | |
9 | BSC Young Boys | 16 | -3 | 20 | |
10 | Yverdon Sport FC | 16 | -11 | 16 | |
11 | FC Winterthur | 16 | -23 | 12 | |
12 | Grasshopper Club Zürich | 16 | -11 | 11 |