Das Spiel
Lausanne zeigt sich im ersten Spiel nach der Verletzung von Alvyn Sanches im Nati-Spiel gegen Nordirland desolat. Bereits in der 27. Minute fällt im fast komplett leeren Stade de la Tuilière (siehe «Das gab zu reden») das 3:0 für Luzern. Am Ende steht es 4:1.
Ob das alleine mit der Abwesenheit des besten Spielers zusammenhängt? Wohl kaum. Denn alle drei Tore kann oder muss man besser verteidigen.
Dass der quirlige Spielmacher aber trotzdem an allen Ecken und Enden fehlt, zeigt sich an der offensiven Harmlosigkeit der Waadtländer. Obwohl durch den frühen Rückstand gefordert, passiert nach vorne wenig bis nichts.
Der grösste Aufreger der zweiten 45 Minuten ereignet sich gleich zu Beginn. Weil die eigentlich ausgeschlossenen FCL-Fans plötzlich auf der Gegentribüne auftauchen, wird das Spiel zunächst nicht wieder angepfiffen (siehe «Das gab zu reden»).
Auch wenn noch weitere Tore fallen, ereignet sich auf dem Kunstrasen nichts Entscheidendes mehr. Und so gewinnt nach Servette und Basel auch der Tabellendritte. Die Tabellenspitze geht ausnahmsweise im Gleichschritt.
Die Tore
3. Minute, Raoul Giger (Eigentor), 0:1. Villiger wird auf der rechten Seite steil geschickt und schlägt aus dem Lauf einen flachen Pass in den Strafraum. Obwohl Klidje im Rücken lauert, darf der Lausanner Innenverteidiger den nicht so ins eigene Netz stolpern.
15. Minute, Bung Meng Freimann, 0:2. Debütant Bung Hua Freimann schlägt eine Flanke aus dem linken Halbfeld und findet im Strafraum den Kopf seines jüngeren Bruders – weil erneut Raoul Giger nicht aufpasst.
27. Minute, Thibault Klidje, 0:3. Dritter Abwehr-Bock, drittes Tor. Noë Dussene könnte den Ball nach einem langen Pass im Laufduell mit Klidje klären, legt diesem stattdessen aber die Kugel mit dem Oberschenkel perfekt in den Lauf. Der Togolese verwertet souverän mit einem Ballkontakt.
67. Minute, Noë Dussenne, 1:3. FCL-Goalie Loretz greift nach einer Ecke ins Leere. Dussenne staubt ab.
79. Minute, Adrian Grbic, 1:4. Giger vertändelt den Ball im Strafraum leichtfertig an Klidje und holt diesen mit einer missglückten Rettungsaktion von den Beinen. Grbic verwandelt den fälligen Penalty via Pfosten.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
«Wir haben gewonnen, besser kann es nicht laufen. Auch mit dem Assist auf den Bruder. Es war ein sehr schöner Sonntag», sagt Debütant Bung Hua Freimann. «Unsere Eltern sind da und ich freue mich für ihn, dass er gut gespielt hat. Es fühlte sich an, wir in der Nachwuchs-Zeit, als wir oft zusammenspielten. Ich habe ja schon ein paar spiele gespielt und weiss, wie es etwa abläuft. Da hilft man ihm natürlich, so gut es geht», fügt sein jüngerer Bruder Bung Meng hinzu.
Der Beste
Nicky Beloko regiert im Mittelfeld. Er gibt den Rhythmus vor, erobert viele Bälle und versucht stets, nach vorne zu spielen. Ein sehr guter und robuster Auftritt.
Der Schlechteste
Die Auswahl war gross. Für die katastrophale erste Halbzeit hätte die ganze Mannschaft von Lausanne es verdient, abgestraft zu werden. Besonders mies läuft es Raoul Giger, der ein Eigentor erzielt (0:1), seinen Gegenspieler aus den Augen verliert (0:2) und einen Penalty verursacht (1:4).
Das gab zu reden
Mit 15 Minuten Verspätung beginnt die zweite Halbzeit. Die Fans des FC Luzern, die ohne eigenes Verschulden mit einem Stadionverbot belegt worden waren, dringen ins Stadion ein und stellen sich auf die Gegentribüne. Via Stadionspeaker weist die Polizei die Luzerner darauf hin, sich zumindest in ihren Sektor zu begeben – andernfalls würde das Spiel abgebrochen. Captain Pius Dorn, Stefan Knezevic und Coach Mario Frick gehen zu ihnen und flehen sie an, sich zu bewegen. Die Fans zeigen glücklicherweise ein Einsehen. Statt in den Gästesektor zu gehen, verlassen sie das Stadion schliesslich wieder.
Das gab zu reden II
Am 10. November liefert Luzern in Sion eine miserable erste Halbzeit ab, Trainer Mario Frick wechselt zur Pause gleich fünf Spieler aus. Vor diesem Hintergrund ist Ludovic Magnins Reaktion schon fast zurückhaltend – Lausannes Trainer nimmt zur Pause nur vier Spieler vom Platz.
Das gab zu reden III
Bung Meng Freimann (19) hat bereits 13 Spiele in der Super League absolviert und dabei sein grosses Potenzial angedeutet. In Lausanne steht nun erstmals auch Bung Mengs ein Jahr älterer Bruder Bung Hua (20) in der FCL-Startelf. Er fügt sich direkt mit einer familieninternen Torvorlage ein. Bung Meng trifft auf Flanke von Bung Hua per Kopf (15.).
Die Fans
Nur die Haupttribüne ist geöffnet, da die Behörden Lausanne-Sport angewiesen haben, Massnahmen zu ergreifen, nachdem es während des Léman-Derbys gegen Servette zu Zwischenfällen gekommen war. Insgesamt sind nur rund 2700 Zuschauerinnen und Zuschauer zugegen – exklusive der 400 Luzerner, denen Lausanne-Sport eigentlich verboten hatte, zu kommen.
Die Schiris
Johannes von Mandach erlebt ein ruhiges Spiel, trifft alle Entscheidungen korrekt. Die wenigen Zuschauerinnen und Zuschauer sehen ein sehr sauberes Spiel. Seine Entscheidung, das 1-3 für Lausanne zu geben, ist richtig, auch wenn die Luzerner ein Foul an ihrem Torwart Pascal Loretz fordern.
So gehts weiter
Englische Woche in der Super League: Die Luzerner empfangen den FC St. Gallen (Donnerstag, 20:30 Uhr). Bereits einen Tag früher spielt Lausanne in Zürich gegen den FCZ.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
---|---|---|---|---|---|
1 | Servette FC | 30 | 9 | 51 | |
2 | FC Basel | 29 | 28 | 49 | |
3 | BSC Young Boys | 30 | 11 | 49 | |
4 | FC Lugano | 30 | 5 | 48 | |
5 | FC Luzern | 29 | 8 | 47 | |
6 | FC Zürich | 30 | 1 | 46 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 30 | 5 | 41 | |
8 | FC St. Gallen | 29 | 1 | 39 | |
9 | FC Sion | 30 | -7 | 35 | |
10 | Yverdon Sport FC | 30 | -18 | 32 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -12 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -31 | 23 |