Darum gehts
- Ex-Inter-Spieler Darian Males verlässt YB und verdient in Polen Millionen
- Vaduz verlor bisher alle drei Spiele, darunter zweimal nach Führung
- YB könnte erstmals seit 2022 wieder nach vier Runden Tabellenführer werden
Die News der Woche
Bad News vorneweg: Abwehrchef Cédric Zesiger hat sich im Training am linken Oberschenkel verletzt und fällt wohl mehrere Wochen aus. Es wird in den nächsten Wochen noch Bewegung in den Sommer-Mercato kommen. Das Fenster ist in den meisten europäischen Ländern bis 3. September geöffnet. Im Fall Darian Males (25), der unter Trainer Gerardo Seoane keine grosse Perspektive auf Startelf-Einsätze mehr sah, hat man innert kürzester Zeit Nägel mit Köpfen gemacht. Der Luzerner wechselt mit einem mehrjährigen Vertrag zum Achten der polnischen Ekstraklasa Widzew Lodz und soll dort annähernd eine Million Franken verdienen! Und das netto. Viel mehr, als er bei YB kriegt. Nati-Spieler Andi Zeqiri spielt auch in Lodz. Dessen Gehalt liegt mit rund 1,3 Millionen sogar noch höher. Seit der polnische Immobilien-Milliardär Robert Dobrzycki den Klub übernommen hat, ist Geld kein bestimmendes Thema mehr. Vielmehr will dieser den Klub zurück zur Glorie vergangener Tage führen, als man in den 80er- und 90er-Jahren viermal Meister war, zuletzt 1997. Bei YB hatte Males noch ein Jahr Vertrag, weshalb die Transfersumme mit rund einer halben Million Franken moderat ausfällt. Males hat für YB 124 Spiele gemacht und 20 Tore erzielt. Sportlich ist ein Wechsel in die Liga, deren Meister Lech Posen unseren Champion Thun mit 7:0 abfertigt, ganz bestimmt kein Rückschritt ... Weiter betreffen Fragezeichen die Abgangskandidaten Kastriot Imeri und Lewin Blum. Aber nicht nur sie. Paderborn ist heiss auf Alan Virginius. Der Bundesliga-Aufsteiger, der in der Relegation Wolfsburg in die zweite Liga geschickt hat, hat eine erste, von YB umgehend abgelehnte Offerte abgegeben, die mittlerweile auf rund 6,5 Millionen Franken erhöht wurde. Eine interessante Höhe. Das könnte klappen. Und Porto baggert wieder an Linksverteidiger Jaouen Hadjam rum.
Die grosse Frage
Erklimmt YB die Spitze der Super League? Weil Lugano wegen der Conference-League-Playoffs spielfrei ist, braucht es dazu bloss einen Sieg gegen den punktelosen Tabellenletzten Vaduz. Letztmals nach vier Runden zuoberst war YB am 7. August 2022, nach einem 0:0 in Basel. Der Trainer hiess Raphael Wicky. YB hatte acht Punkte, wie GC (!) und Servette. Am Ende der damaligen Saison wurden die Berner auch Meister, mit 16 Punkten Vorsprung auf Servette.
Gesagt ist gesagt
Im neuen Interviewformat «Box-to-Box» des FC Basel ist unter anderem Chief Sports Christoph Spycher zu Gast. Ein Thema: Die Doppelbelastung durch den Europacup. Derweil vier Teams um eine europäische Gruppenphase fighten, muss YB Däumchen drehen und ist zum Zuschauen verdammt. Auch die beiden Spielzeiten zuvor waren nicht gut, aber da erreichte man zuerst die Champions- und ein Jahr später die Europa-League-Ligaphase. Weder das eine noch das andere wird heuer einem Schweizer Verein gelingen. «Also wenn Matthias Hüppi gesagt hätte, die Doppelbelastung sei zu viel, wären wir sonst eingesprungen ...», sagt Spycher und muss laut lachen. Denn natürlich hat St.-Gallen-Präsident Hüppi das nicht gesagt. Aber es zeigt, wie es YB doch ungemein schmerzt, erstmals seit 13 Jahren keine europäische Bühne zu haben.
Die Blick-Prognose
YB setzt sich gegen die unbequemen Liechtensteiner am Ende durch. Doch es wird harziger werden, als mancher YB-Fan denkt. Denn Kanonenfutter war das Team von Marc Schneider bisher nicht, auch wenn es keine Punkte gab. Zum Saisonstart gewinnt Lugano zur Premiere in der AIL-Arena gerade mal 2:1. Dann verliert der Aufsteiger zu Hause gegen Cupsieger St. Gallen nach 2:1-Führung durch ein Gegentor in der 87. Minute 2:3. Genau dasselbe Schicksal ereilt die Liechtensteiner in Sion, als man zweimal führt, bevor die eingewechselte 1A-Mannschaft des FC Sion mit zwei späten Toren durch Surdez und Boteli dafür sorgt, dass die Vaduzer doch leer ausgehen. Lugano, St. Gallen und Sion zum Start, drei der vier in den Top 4, und nun folgt mit YB das vierte Topteam. Vaduz wird vom Spielplan so richtig in der Liga willkommen geheissen ...
Mögliche Aufstellung
Keller; Blum, Wüthrich, Benito, Hadjam; Gigovic, Pech; Fassnacht, Sanches; Monteiro, Essende.
Wer fehlt?
Edimilson Fernandes sitzt seine zweite und letzte Rotsperre aus dem Spiel in Lausanne ab. Verletzt sind neu Zesiger (Oberschenkel), dann Virginius, Andrews, Kabeya, Conte, Imeri und Mambwa.
Die Klassenbesten
Der Blick-Notenschnitt nach drei Runden:
- Blum 5,0
- Essende 4,67
- Imeri 4,67
Hier gehts zur Übersicht aller YB-Noten.
Der Schiedsrichter
Schiedsrichterin ist Désirée Blanco, als VAR amtet Sven Wolfensberger.
Der Gegner
Aufsteiger Vaduz ist bisher schlecht bezahlt worden. Trotz guter Leistungen stehen die Liechtensteiner noch ohne Punkte da. Das soll sich nun gegen YB ändern – hier kommt das «Vaduz-Inside».
Runde
Sa., Luzern – Lausanne 1:0
Sa., FCZ – FCB 1:2
So., YB – Vaduz, 14 Uhr
Thun – Servette, verschoben
GC – Sion, verschoben
Lugano – St. Gallen, verschoben
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 4 | 10 | 10 | |
2 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
3 | FC Basel | 4 | 3 | 9 | |
4 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
5 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 4 | 0 | 5 | |
7 | FC Luzern | 4 | -4 | 4 | |
8 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | FC Zürich | 4 | -6 | 3 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 4 | -5 | 0 |














