Zwei Spiele, eine Halb-Chance, null Punkte. Nach der nicht verhinderten Flucht von Captain Kim Källström und wegen der Langzeit-Verletzung von Vize-Captain Marko Basic befindet sich der 27-fache Meister im Tiefflug. Nur noch 3 Punkte vor dem Tabellen-Neunten Thun, fünf vor Schlusslicht Vaduz. Doch die nächsten Gegner sind von grossem Kaliber: Sion (4.), YB (2.) und Luzern (3.). Offensichtlich: Es fehlt der verängstigten Jung-Truppe von Trainer Pierluigi Tami an Persönlichkeiten. Zudem rumort es in Niederhasli ZH auf der Teppich-Etage. Manuel Huber (29), bisher Sportchef und CEO im Doppel-Mandat, muss seinen eigenen Nachfolger als Sportchef suchen.
Was sagen die GC-Legenden zur aktuellen Krise?
Günter Netzer (72)
Welt- und Europameister mit Deutschland, Ex-Star von Real Madrid und von 1976 bis 77 Spielmacher bei GC, bringts gegenüber BLICK gewohnt treffend auf den Punkt: «Ein Klub wie GC sollte in der Liga nicht in Abstiegsgefahr sein.»
Nati- und Dortmund-Goalie Roman Bürki (26)
Von Januar 2011 bis Juni 2014 im GC-Tor, sagt: «GC ist jetzt in einer ähnlichen Situation wie wir damals 2012, als wir fast abgestiegen sind. (Nur der Konkurs von Xamax und der 36-Punkte-Abzug von Sion rettete GC, Anm. d. Red.). In einer solch schwierigen Lage brauchst du einen guten Mix zwischen erfahrenen und jungen Spielern. Wir hatten damals Routiniers wie Smiljanic oder Salatic. Doch jetzt sehe ich von aussen bei GC nur Junge. Jeder Spieler muss sich nun bewusst sein, worum es geht und sich nicht nur mit der Frage beschäftigen, zu welchem Klub er Ende Saison wechseln möchte. Es wäre eine Riesen-Enttäuschung, falls GC absteigen sollte. Sie müssen jetzt mal einen super Tag erwischen und gegen einen Grossen punkten.»
Kubilay Türkyilmaz (49)
Dreifacher Meister und zweifacher Champions-League-Teilnehmer mit GC in den 90ern: «Den Vorgesetzten bei GC fehlt das Sieger-Gen. Und in der Mannschaft hat es keine Persönlichkeiten, Nullkommanichts. Kein Wunder, wenn du nur Spieler aus der Challenge League holst. Junge müssen um gestandene Spieler herum wachsen. Am Samstag sah ich bei der 0:3-Niederlage in Lugano nur Angsthasen auf dem Platz. Dieses GC macht mich traurig.»
Ciri Sforza (46)
Meister und Cupsieger mit GC als Spieler, von 2009 bis 2012 als Trainer: «Wenn du in einem Team keine Achse mit Persönlichkeiten hast, wird es für die Jungen und den Trainer nicht einfach. Das wird zurzeit bei GC wohl unterschätzt. Wir hatten damals eine solche Achse mit Sommer, später Bürki im Tor. Davor Smiljanic, Salatic und Cabanas. Um sie herum konnten Junge wie Zuber, Hajrovic, Seferovic, Toko, Abrashi und Ben Khalifa gedeihen. Wir erreichten mit den vielen Jungen Platz 3. GC muss nun aufpassen, dass nicht plötzlich das gleiche passiert wie letzte Saison mit dem FCZ.»
Roger Wehrli (60)
Cupsieger und vierfacher Meister mit Blau-Weiss: «Der schlimmste Fehler für mich ist, dass kein Zürcher Präsident dieses Traditionsvereins ist, den man auch dank Günter Netzer und Hennes Weisweiler in ganz Europa kennt. Was aktuell abgeht, tut weh! Unser damaliger Präsident Karl Oberholzer würde sich zehnmal im Grab umdrehen. Kim Källström hätte man halten sollen, sicher bis zum Sommer. Jetzt kann es schnell gehen und GC ergeht es gleich wie dem FC Zürich vor einem Jahr.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | FC Zürich | 14 | 7 | 26 | |
2 | FC Basel | 14 | 20 | 25 | |
3 | FC Lugano | 14 | 6 | 25 | |
4 | Servette FC | 14 | 2 | 25 | |
5 | FC Luzern | 14 | 4 | 22 | |
6 | FC St. Gallen | 14 | 6 | 20 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 14 | 2 | 20 | |
8 | FC Sion | 14 | 0 | 17 | |
9 | BSC Young Boys | 14 | -5 | 16 | |
10 | Yverdon Sport FC | 14 | -10 | 15 | |
11 | FC Winterthur | 14 | -21 | 11 | |
12 | Grasshopper Club Zürich | 14 | -11 | 9 |