BLICK: Bernhard Alpstaeg, hat Sie die Kündigung von Markus Babbel überrascht?
Bernhard Alpstaeg: Nein, die Nachricht ist keine Bombe, sondern höchstens eine kleine fehlgeleitete Petarde. Wahrscheinlich hat er den «Pfeffer» gerochen und ist einer Kündigung durch den FCL zuvorgekommen. Es ist besser so für ihn. Die Verantwortlichen des FCL haben auch selbstkritisch zulange zugewartet.
In einer ersten Stellungnahme sagen sie: Babbel habe nicht kapiert, wie die Innerschweiz tickt. Er sei nicht bereit, sich anzupassen.
Herr Babbel hat bis heute nicht verstanden, wie die Innerschweiz tickt. Herr Babbel mag ein guter Ehemann und ein lieber Kumpel sein. Er hat sich aber nicht bemüht, mit den Innerschweizern eine Einheit zu bilden. Herr Babbel ist nie in der Innerschweiz angekommen.
Was werfen Sie Babbel sonst noch vor?
Herr Babbel ist ein «Birchermüesli»-Trainer. Einwenig so und einwenig anders. Und dann wieder so. Herr Babbel ist eben nicht, leider nicht, der Schleifer, den es brauchen würde, gerade jetzt.
Warum stärken Sie Kälin den Rücken, obwohl er die miese Stimmung auf der Geschäftsstelle zu verantworten hat?
Selbstverständlich ist die Stimmung auch FCL intern nicht so, wie sie sein sollte. Besonders, wenn man so schlecht spielt. Auch dieses Problem werden wir unter uns regeln.
Wer wird Babbels Nachfolger?
Trainer gibt es wie Sand am Meer. Vielleicht zehn gute Möglichkeiten für den FC Luzern. Aber nur etwa 4 Personen kommen in Frage. Auch intern haben wir hervorragende Möglichkeiten.
Wenn Sie den neuen Trainer aussuchen könnten – wer soll es sein? Ein Jungtrainer wie Seoane? Oder ein gestandener wie Urs Fischer?
Herr Seoane und Herr Fischer würden beide sehr gut zum FCL passen. Es gibt aber auch noch andere Persönlichkeiten.
Sprechen Sie bitte Klartext – ist Babbel nach seinem Rundumschlag überhaupt noch als Cheftrainer tragbar?
Ich kann es mir nicht vorstellen, aber das ist meine persönliche Meinung. Es ist zu viel Sand im Getriebe.
Luzern ist im Abstiegskampf involviert. Steigen Sie aus, wenn der FCL absteigt?
Positiv denken, der FCL steigt nicht ab. Herr Babbel hat sich selbst überschätzt und wir, die Verantwortlichen vom FCL, haben zu spät reagiert.
Wie zu hören ist, versuchen Sie seit einiger Zeit Ihr Aktienpaket zu verkaufen. Wollen Sie aussteigen?
Stand heute steht mein Aktienpaket für niemanden zur Verfügung.
Wann ist die Talsohle erreicht? Wann stoppen Sie CEO Marcel Kälin?
Die Talsohle des FCL ist jetzt erreicht. Jetzt heisst es, demütig sein, arbeiten und gewinnen. Und nichts anderes.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Servette FC | 30 | 9 | 51 | |
2 | FC Basel | 29 | 28 | 49 | |
3 | BSC Young Boys | 30 | 11 | 49 | |
4 | FC Lugano | 30 | 5 | 48 | |
5 | FC Luzern | 29 | 8 | 47 | |
6 | FC Zürich | 30 | 1 | 46 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 30 | 5 | 41 | |
8 | FC St. Gallen | 29 | 1 | 39 | |
9 | FC Sion | 30 | -7 | 35 | |
10 | Yverdon Sport FC | 30 | -18 | 32 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -12 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -31 | 23 |