Captain Xhaka schäumt nach Kosovo-Remis
2:31
Kritik an Nati-Trainings:Xhaka schäumt und teilt mächtig aus

Wie gross ist der Zoff wirklich?
Xhaka gegen Yakin – es brennt lichterloh

Granit Xhaka greift mit seiner Kritik nach dem 2:2 gegen den Kosovo Nati-Trainer Murat Yakin direkt an. Was steckt dahinter? Die Analyse zum Zoff zweier Alphatiere.
Publiziert: 10.09.2023 um 19:51 Uhr
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Aktualisiert: 10.09.2023 um 21:07 Uhr
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Zwischen Murat Yakin und Granit Xhaka herrscht Diskussionsbedarf.
Foto: TOTO MARTI

Granit Xhaka ist nach dem enttäuschenden 2:2 gegen den Kosovo geladen. «Angepisst», nennt er es und holt zum Rundumschlag aus. Jeder seiner Sätze ist angriffiger als er in den 96 Minuten auf dem Platz. 112 Ballkontakte hat er zwar, jedoch nur einen davon im kosovarischen Strafraum, neun Ballverluste und ohne einen einzigen Schuss Richtung Tor. 

Dafür feuert er in der Mixed-Zone los. Sagt Sätze wie diesen: «Man kann nicht von null auf hundert, wenn man die ganze Woche nicht viel macht und nicht konzentriert ist.» Oder diesen: «Wir haben nicht trainiert, wie wir es müssten. Kein Tempo, keine Intensität drin. Es sah so aus, als würden wir ein Freundschaftsspiel austragen. Oder im Park spielen. So geht das nicht.» Und: «Ich muss mich erst einmal beruhigen und nicht allzu schlechte Worte wählen, sonst gehts nach hinten los.» 

Auf die Frage, wie es nun weitergehen soll, sagt Xhaka: «Da bin ich der Falsche, ich bin nicht der Trainer und nicht der Verantwortliche dieses Fussballverbands.» 

«Haben trainiert wie immer»

Mit seinem Rundumschlag leert Xhaka flaschenweise Öl ins Feuer. Er kritisiert die mangelnde Trainingsintensität unter Yakin. Erstmals öffentlich, aber nicht zum ersten Mal. Laut Blick-Informationen fluchte Xhaka bereits an der WM in Katar lautstark über das Larifari-Training. Damals blieb das Ganze intern. Jetzt dasselbe wieder in der Mixed-Zone in Pristina. 

Das sitzt. Murat Yakin ist an der Pressekonferenz genauso überrascht, als er mit den deutlichen Worten seines Captains konfrontiert wird. «Wir haben wie immer trainiert. Natürlich konnten wir nicht alles umsetzen, was wir uns vorgenommen haben», sagt er. Yakin weiss sehr wohl um die Brisanz von Xhakas Aussagen, sagt: «Ich werde mit Granit unter vier Augen diskutieren, was die Idee hinter seinen Aussagen ist.» 

Es herrscht also wieder einmal Diskussionsbedarf zwischen Yakin und Xhaka. Das Verhältnis zwischen den beiden ist angespannt, seit Yakin im August 2021 die Nachfolge von Vladimir Petkovic angetreten hat. Seine ersten sieben Spiele – unter anderem zweimal gegen Italien in der WM-Qualifikation – bleibt Yakin ohne Niederlage. 

Xhaka kritisiert Yakins Taktik

Ausgerechnet bei Xhakas Rückkehr nach überstandener Corona-Infektion und Innenbandverletzung kassiert die Nati ihre erste Pleite in der Yakin-Ära. Nach dem 1:2 gegen Tschechien zum Auftakt der Nations League kritisiert Xhaka Yakin dafür, dass er ihn auf der falschen Position einsetzt. «Die Trainer, die mich und mein Spiel kennen, wissen, dass meine Position tiefer ist.» Zack! Diese Taktik-Kritik sitzt. 

Danach beklagen sich beide, dass die Geschichte von den Medien aufgebauscht worden sei. Yakin meinte gar: «Man will einen Keil zwischen uns treiben.» Auf die Taktik-Kritik folgt der Wechsel-Zoff der beiden Alphatiere. 

Als Yakin seinen Captain im ersten Länderspiel der Geschichte gegen den Kosovo im März 2022 nach 63 Minuten vom Platz nimmt, hat ihre Beziehung den Tiefpunkt erreicht. Xhaka ist wegen der Auswechslung in seinem 100. Länderspiel gegen das Heimatland seiner Eltern stinksauer und im Stolz verletzt. Auch dieses Thema werde grösser gemacht, als es sei, heisst es danach. «Wieder einmal», sagt Xhaka. «Ich bin froh, dass Granit so einen Charakter hat», sagt Yakin. 

Tami möchte dem Ganzen nicht zu viel Gewicht geben

Nach der Taktik-Kritik und dem Auswechsel-Zoff jetzt also der Larifari-Vorwurf. Nati-Direktor Pierluigi Tami kritisiert Xhaka tags darauf zwar, dass dieser damit in die Öffentlichkeit gegangen sei, sagt aber auch: «Ich will das Ganze nicht zu stark gewichten, direkt nach diesem Spiel war Granit sehr emotional und aufgewühlt.»

Wird das Ganze wieder aufgebauscht? Nein. Denn man kann Xhakas Sätze drehen und wenden, wie man will. Der Inhalt ist immer derselbe: Der Captain kritisiert seinen Trainer. 

«Werden Xhakas Aussagen Konsequenzen haben?»
1:20
Nati-Direktor Tami weicht aus:«Werden Xhakas Aussagen Konsequenzen haben?»

Ob die Trainings wirklich zu lasch sind, ist von aussen nicht zu beurteilen. Die Einheiten finden bis auf das öffentliche Training zu Beginn eines Zusammenzugs fast immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Medien statt. Laut Blick-Recherchen teilen einige Spieler Xhakas Meinung, andere nicht. 

«Ich bin froh, spielen wir nicht gegen eine grössere Nation»

Fakt ist: Xhaka kritisiert Yakin. Nach dem Spiel im Kosovo, wo sich alles um ihn und Xherdan Shaqiri gedreht hat. Nach einem enttäuschenden Auftritt und öffentlich für alle hörbar in jedes Mikrofon. Er hat definitiv den falschen Ort, den falschen Zeitpunkt und den falschen Adressaten ausgewählt. Alles falsch. Ausser, er will damit etwas anstossen!

Man darf gespannt sein, wie der Schweizerische Fussballverband mit dieser Angelegenheit umgeht. Was Yakin darüber denkt und ob es irgendwelche Konsequenzen nach sich ziehen wird. 

Shaqiri: «Sicher eine Warnung für uns»
3:24
Nati-Stars hadern mit Remis:Shaqiri: «Sicher eine Warnung für uns»

Am Dienstag gehts im Wallis bereits wieder weiter mit der EM-Qualifikation. «Ich bin froh, spielen wir gegen Andorra und nicht gegen eine grössere Nation», sagt Xhaka am Samstag. 

Die Partie gegen den Fussball-Zwerg im Tourbillon ist dennoch plötzlich extrem brisant geworden. 

Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
0
0
0
1
Luxemburg
Luxemburg
0
0
0
1
Nordirland
Nordirland
0
0
0
1
Slowakei
Slowakei
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kosovo
Kosovo
0
0
0
1
Slowenien
Slowenien
0
0
0
1
Schweden
Schweden
0
0
0
1
Schweiz
Schweiz
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belarus
Belarus
0
0
0
1
Dänemark
Dänemark
0
0
0
1
Griechenland
Griechenland
0
0
0
1
Schottland
Schottland
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Aserbaidschan
Aserbaidschan
0
0
0
1
Frankreich
Frankreich
0
0
0
1
Island
Island
0
0
0
1
Ukraine
Ukraine
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bulgarien
Bulgarien
0
0
0
1
Georgien
Georgien
0
0
0
1
Spanien
Spanien
0
0
0
1
Türkei
Türkei
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Armenien
Armenien
0
0
0
1
Ungarn
Ungarn
0
0
0
1
Irland
Irland
0
0
0
1
Portugal
Portugal
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Polen
Polen
2
3
6
2
Finnland
Finnland
2
1
4
3
Litauen
Litauen
2
-1
1
4
Niederlande
Niederlande
0
0
0
5
Malta
Malta
2
-3
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
2
2
6
2
Rumänien
Rumänien
2
3
3
3
Zypern
Zypern
2
1
3
4
Österreich
Österreich
0
0
0
5
San Marino
San Marino
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
2
7
6
2
Estland
Estland
2
0
3
3
Israel
Israel
2
-1
3
4
Italien
Italien
0
0
0
5
Moldawien
Moldawien
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Nordmazedonien
Nordmazedonien
2
3
4
2
Wales
Wales
2
2
4
3
Kasachstan
Kasachstan
2
0
3
4
Belgien
Belgien
0
0
0
5
Liechtenstein
Liechtenstein
2
-5
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
2
5
6
2
Albanien
Albanien
2
1
3
3
Lettland
Lettland
2
-2
3
4
Serbien
Serbien
0
0
0
5
Andorra
Andorra
2
-4
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechien
Tschechien
2
5
6
2
Montenegro
Montenegro
2
3
6
3
Kroatien
Kroatien
0
0
0
4
Färöer
Färöer
2
-2
0
5
Gibraltar
Gibraltar
2
-6
0
Qualifiziert
Playoffs
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