Spaniens Superstar spaltet die Fussballwelt
Rambo Ramos

Für die einen ist der spanische Captain der beste Verteidiger der Welt, für die anderen ein respektloser Rüpel. Mit Sicherheit ist er Rambo Ramos. Tut er heute auch unserer Nati weh?
Publiziert: 14.11.2020 um 18:44 Uhr
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Aktualisiert: 14.11.2020 um 18:46 Uhr
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Sergio Ramos! Man mag ihn, oder man mag ihn nicht.
Foto: AFP
Michael Wegmann

Als Bub will Sergio Ramos Torero werden. Der Stierkampf und seine Helden faszinieren den Blondschopf aus Camas, einem Vorort von Sevilla in Südspanien. Seine Mutter, heisst es, soll ihn davon überzeugt haben, nicht gegen gehörnte Gegner anzutreten. Ramos wird Fussballer. Ein Fussball spielender Torero, stolz, temperamentvoll, immer furchtlos. «Er betritt die Kabine, als ob Real Madrid ihm gehöre, und den Platz, als ob er den Fussball erfunden hat», sagte der ehemalige Real-Sportchef Jorge Valdano.

Ramos heisst Erfolg

Es scheint, Ramos’ Selbst­sicherheit sei angeboren. Mit 17 debütiert er für Sevilla, mit 18 posiert er nackt für eine Zeitschrift. Im März 2005 wird er für Spanien aufgeboten. Er rückt, nicht mal 19-jährig, im provokativen weissen Anzug ein. Im selben Jahr blättert Real Madrid 27 Millionen Euro (!) für ihn hin. Die höchste Summe, die je für einen spanischen Teenager bezahlt wurde.

Mittlerweile ist Ramos 34 und bei Real und der Furia Roja längst eine Ikone. Ob Messi, Ronaldo oder Lewandowski – Torero Ramos hat alle Stürmerstars dieses Jahrtausends schon an den Hörnern gepackt und zu Boden gerungen.

Die Gleichung ist gültig seit Jahren: Ramos als Mitspieler bedeutet Erfolg. Ramos als Gegner Schmerzen. Die Statistik dazu: Ramos ist Weltmeister, zweifacher Europameister, vierfacher Champions-League-Sieger, fünffacher spanischer Meister. Das sind nur die wichtigsten seiner Titel. 126 Tore wettbewerbsübergreifend, der einzige Verteidiger, der in zwei Champions-League-Finals getroffen hat. Und nach seinem Kurzeinsatz am Mittwoch im Test gegen Holland ist er mit 176 Länderspielen zusammen mit Italiens Goalie-Legende Gianluigi Buffon Europas Rekordinternationaler. Andererseits hält er auch alle Kartenrekorde: 248 Gelbe, dazu kommen 26 Platzverweise.

Gnadenlos und gut

Ramos kennt kein Pardon. Nicht mit sich, nicht mit dem Gegner. Einsatz total, bis an die Grenze der Legalität. Falls nötig auch darüber hinaus. Wie im Champions-League-Final 2018, als er Liverpools Mohamed Salah in den Schwitzkasten nimmt und dem Ägypter die Schulter kaputt macht. Im selben Spiel bekommt Goalie Karius auch noch Ramos’ Ellbogen ins Gesicht. Für viele: zweimal böse Absicht.

Wenig später geht der «Rambo Ramos»-Song von Wumms durch die Decke. Über 30 Millionen Klicks. Darin heissts: «Rambo Ramos tut weh. Knochenknacker eyeye. Wenn du weisst, du hast mich als Gegner, ruf gleich den Arzt.» Oder: «Ich bin Europas Kartenkönig – und fühl mich wunderbar.»

Ramos spaltet die Fussballwelt. Für die einen ist der flächendeckend tätowierte, 4-fache Papa ein Rüpel, für die anderen ein Riese. Luis Suarez und Neymar halten ihn für den besten Gegenspieler ever. Für Zinedine Zidane ist er «weltbeste Verteidiger». Er ist wohl beides: gnadenlos und gnadenlos gut. Und will die Nati gegen Spanien punkten, muss sie Rambo Ramos überwinden.

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