Die grosse Nati-Frage
Soll Xhaka nach dem Doppeladler die Captain-Binde tragen?

Sechs Spiele bestreitet die Nati im Herbst. Wer ist Captain, wenn Stephan Lichtsteiner nicht spielt? «Es kann nicht Xhaka sein», sagt Henchoz . Nach dem Doppeladler sprechen sich die Experten für Yann Sommer (29) aus.
Publiziert: 03.09.2018 um 10:07 Uhr
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Aktualisiert: 04.10.2018 um 19:14 Uhr
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Soll Granit Xhaka Nati-Captain werden?
Foto: TOTO MARTI
Andreas Böni

Am Freitag gab Nati-Trainer Vladimir Petkovic sein Aufgebot für die Länderspiele gegen Island (8. September in St. Gallen) und England (11. September in Leicester) bekannt. Überraschend im Aufgebot zu finden ist auch Captain Stephan Lichtsteiner (34).

Die Frage bleibt trotzdem: Wenn Lichtsteiner nicht auf dem Feld steht – wer führt dann die Nati auf dem Platz an?

Xhaka feiert Nati-Ausgleich mit Doppel-Adler
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Hammer ins Serben-Netz:Xhaka feiert Nati-Ausgleich mit Doppel-Adler

Nach dem Rücktritt von Valon Behrami (33) braucht es einen neuen Stellvertreter von Lichtsteiner. Und diese Tatsache ist brisant, weil es nach dem Doppeladler-Vorfall um die Frage geht: Welche Ausstrahlung hat die Nati auf die Bevölkerung? Wie richten wir die Mannschaft für die Zukunft aus?

Es ist auch eine Hierarchie­frage. Anfang 2016 hatte sich Vladimir Petkovic auf eine klare Reihenfolge festgelegt. Diese hiess: Captain ist Gökhan Inler, Stellvertreter Stephan Lichtsteiner, dritter Mann Valon Behrami und vierter Mann in der Hierarchie ist Yann Sommer.

Als Petkovic Inler aus dem Kader strich, änderte der Trainer dies. Lichtsteiner und Behrami rückten vor, Xhaka wurde «dritter Captain», Sommer gar nicht mehr erwähnt. Dies sorgte team­intern für Diskussionen, wurde in der Öffentlichkeit aber kaum zur Kenntnis genommen.

Es geht auch darum, wer der richtige Botschafter ist

Und ist nun doch plötzlich brisant. Denn eigentlich wäre klar, dass nun Granit Xhaka (25) von der sportlichen Hierarchie her an der Reihe wäre, die Nati als Captain anzuführen.

Unser Nati-Goalie wird von Experten hoch geschätzt.
Foto: TOTO MARTI

Nein, sagt nun eine Reihe von Experten, angeführt von Stéphane Henchoz: «Xhaka repräsentiert die Schweiz nicht.» Und egal, ob sie Huggel, Yakin, oder Stiel heissen. Alle sind der Überzeugung: Es kann nur Yann Sommer sein.

Dabei geht es um mehr als um Fussball, es geht um die Rolle des Botschafters. Es geht darum, dass sich Granit Xhaka mit dem Doppeladler beim WM-Sieg über Serbien (2:1) ins Abseits gejubelt hat. Und nicht deeskalierend auftrat, als er den Jubel mehrfach auf Instagram stellte, wie auch die Nachstellung der Geste mit seiner Frau im Seychellen-Urlaub. Und klar ist nach den letzten Monaten auch, dass die Ernennung Xhakas intern für Zoff sorgen würde.

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Nati-Coach Vladimir Petkovic bietet folgende Spieler fürs erste Nations-League-Spiel auf …
Foto: TOTO MARTI

Die Frage ist, ob auch Vladimir Petkovic diese Sensibilität für das Empfinden der Öffentlichkeit besitzt. Und, ob er im Frühling in der EM-Qualifikation auf den dann 35-jährigen Stephan Lichtsteiner setzen will. Dieser kündigte bereits an: «Ich trete nicht zurück, ich stelle mich jedem Konkurrenzkampf.»

Doch so oder so: Es ist eine wichtige Entscheidung für Petkovic, wer am Samstag im Kybunpark von St. Gallen mit der Kapitänsbinde aufläuft. Entweder schon zu Beginn des Spiels, falls Petkovic den jungen Kevin Mbabu (23) statt Lichtsteiner bringt. Oder später, wenn der Arsenal-Spieler das Feld verlässt.

Es ist eine grosse Entscheidung, wie man die Nati ausrichten will.

*****************

Schweizer Nati-Spiele 2018

  • Samstag, 8. September – Nations League
    Schweiz – Island in St. Gallen 18.00
  • Dienstag, 11. September – Länderspiel
    England – Schweiz in Leicester 20.00
  • Freitag, 12. Oktober – Nations League
    Belgien – Schweiz in Brüssel 20.45
  • Montag, 15. Oktober – Nations League
    Island – Schweiz in Reykjavik 20.45
  • Mittwoch, 14. November – Länderspiel
    Schweiz – Katar
  • Sonntag, 18. November – Nations League
    Schweiz – Belgien in Luzern 20.45
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WM-Quali Gruppe A
Mannschaft
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Deutschland
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Luxemburg
Luxemburg
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0
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Nordirland
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Slowakei
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Qualifiziert
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Slowenien
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Schweden
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Qualifiziert
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Schottland
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Frankreich
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Türkei
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Ungarn
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Qualifiziert
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Polen
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Finnland
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Litauen
Litauen
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Niederlande
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Malta
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Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
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Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
2
2
6
2
Rumänien
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Zypern
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1
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Österreich
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San Marino
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Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
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Norwegen
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Estland
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Israel
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Italien
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Moldawien
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Qualifiziert
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Gruppe J
Mannschaft
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Nordmazedonien
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Wales
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Qualifiziert
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Mannschaft
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Albanien
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Lettland
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Serbien
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Andorra
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Qualifiziert
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Gruppe L
Mannschaft
SP
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Tschechien
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Montenegro
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Kroatien
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Gibraltar
Gibraltar
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