Keine Pause trotz Heim-Turnier
Jetzt dreht die US-Liga komplett durch

Wahnsinn in der MLS! Klubs kassieren Ablöse für fremde Spieler. Und die US-Liga spielt über den Sommer durch, obwohl viele Stars und die eigene Nationalmannschaft bei einem grossen Turnier im Einsatz stehen.
Publiziert: 12.06.2024 um 16:28 Uhr
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Aktualisiert: 12.06.2024 um 16:31 Uhr
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Luis Suárez (l.) und Lionel Messi fehlen ihrem MLS-Klub Inter Miami in den kommenden Wochen.
Foto: Getty Images
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Lucas WerderReporter Fussball

Nach zwölf Jahren in Schwarz-Gelb verabschiedet sich Klublegende Marco Reus (35) aus Dortmund. Den langjährigen BVB-Captain zieht es wohl in die USA, LA Galaxy ist heiss auf den Mittelfeldspieler. Doch um den Deal unter Dach und Fach zu bringen, muss sein neuer Klub für den vertragslosen Reus eine Ablösesumme zahlen. Aber nicht etwa an Dortmund, sondern an den Ligakonkurrenten Charlotte FC.

Dahinter steckt eine kuriose Regelung. In der MLS kann jeder Klub bis zu sieben Spieler, die noch nicht in der höchsten US-Liga unter Vertrag stehen, auf seine «Discovery List» setzen. Das geht sogar, wenn dieser Spieler überhaupt nicht die Absicht hat, in die MLS zu wechseln. Im Fall von Reus muss LA Galaxy jetzt für die «Discovery Rights» rund 350'000 Franken an Charlotte überweisen, das den ehemaligen deutschen Nationalspieler auf seine Liste gesetzt hat.

Mit dieser Sonderregel möchte die MLS ein Wettbieten um grosse Stars verhindern und auch kleineren Klubs die Chance geben, namhafte Spieler zu verpflichten. Es ist aber nicht die einzige aussergewöhnliche Richtlinie, die einem Reus-Wechsel in die USA im Weg steht. Zurzeit kann jedes MLS-Team maximal drei «Designated Players» unter Vertrag nehmen. Nur deren Löhne dürfen über der vorgeschriebenen Gehaltsobergrenze liegen. Weil LA Galaxy aber aktuell schon drei solche Spieler unter Vertrag hat, könnte Reus «nur» einen Jahreslohn von umgerechnet 1,5 Millionen Franken einstreichen.

Keine Pause trotz Länderspielen

Doch nicht nur bei den Regeln geht die US-Liga einen ungewöhnlichen Weg. Auch beim Spielplan machen die MLS-Bosse ihr ganz eigenes Ding. Dass die Liga in den kommenden Wochen keine Pause einlegt, obwohl in Europa die EM stattfindet, mag noch verständlich sein. Schliesslich wurden die europäischen Ligen im Januar und Februar auch nicht unterbrochen, als in der Elfenbeinküste der Afrika-Cup ausgetragen wurde.

In diesem Sommer findet aber nicht nur in Europa ein grosses Turnier statt. Am 20. Juni beginnt die südamerikanische Copa América, an der diesmal auch die US-Nationalmannschaft teilnimmt. Die heimische Meisterschaft deshalb zu pausieren, kommt für die MLS-Bosse aber trotzdem nicht infrage. Doch es wird noch absurder: Denn wo findet die Südamerika-Meisterschaft in diesem Jahr statt? Genau. In den USA!

MLS fehlen Stars wie Messi und Suárez

«Wir können es uns nicht leisten. Wenn wir die Liga pausieren und Spiele verlieren, hat das Auswirkungen auf unsere Spieler, unsere Partner und unsere Fans», so MLS-Commissioner Don Graber. Aufgrund des dichten Terminkalenders sei es auch nicht möglich, Spiele zu verschieben.

So wird die MLS in den kommenden Wochen ohne viele grosse Namen auskommen müssen. Die besten europäischen Spieler wie Xherdan Shaqiri und Daniel Gazdag (Ungarn) stehen an der EM im Einsatz. Und neben den besten US-amerikanischen Profis spielen auch grosse Stars der Liga wie Lionel Messi und Luis Suárez mit ihren Nationalteams in der Copa América.

Womit wir wieder beim Charlotte FC wären. In dessen Stadion findet am 10. Juli einer der beiden Copa-Halbfinals statt. Dafür werden die Fans im Bank of America Stadium einige Tage zuvor gegen Inter Miami wohl nicht in den Genuss der Miami-Stars Messi und Suárez kommen. Immerhin kann sich der Klub vielleicht schon bald mit 350'000 Franken Reus-Ablöse trösten.

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