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Schalke und die Kohle

Schalke 04 muss aktuell gewaltig unten durch. Dabei hat der Klub aus Gelsenkirchen mehr zu bieten, als das, was gerade über diesen Traditionsklub berichtet wird.
Publiziert: 26.12.2020 um 10:56 Uhr
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Aktualisiert: 01.01.2021 um 14:57 Uhr
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Die Krise von Schalke 04 ist momentan in aller Sport-Munde.
Foto: Joachim Bywaletz/ jb-sportfoto / Pool /
Eynat Bollag

Denkt man in diesen Tagen an Schalke 04, so gehen einem mehrheitlich Begriffe wie Krise, Chaos und vielleicht auch sowas wie Entfremdung durch den Kopf. Aber Wörter wie Kohle, Bergbau oder sogar das Steigerlied geraten völlig in den Hintergrund. Denn Schalke steckt in einer der grössten sportlichen Krisen der Vereinsgeschichte. Auch immer mehr Fans würden, wäre der Klub der Ehepartner, die Scheidung einreichen.

Schalke – eine Art Religion

Dabei zählt der Verein mit über 160'000 Mitgliedern zu den grössten weltweit. Schalke war eigentlich bekannt dafür ein sehr spezielles Verhältnis zu seinen Anhängern zu haben. Millionen Fans in ganz Deutschland sehen die Königsblauen als eine Art Religion an. Nicht einmal die mehreren knapp verpassten Meisterschaften änderten etwas daran.

Sportjournalist Christoph Biermann erklärt in seiner Kolumne: «Schalke mag immer lauter und schriller, enthusiastischer, betrübter und chaotischer gewesen sein als die meisten anderen Clubs (...) aber eins konnte man Schalke nie absprechen: Soul». Und diese Seele spürt man auch vor jedem Heimspiel, wenn das Licht ausgeht und alle Fans das Steigerlied singen, das einst die Bergarbeiter sangen, in der Hoffnung, am Ende der Schicht das Tageslicht wiederzusehen. Leider fehlt dieses Feeling in Corona-Zeiten, wenn die Zuschauer fehlen.

«Auf Kohle geboren»

Bergbau? Schalke? Kein Klub ist enger mit dem Bergbau verbunden als die Königsblauen. Denn die Gründungsväter von Schalke 04 waren ausschliesslich Bergleute. Junge Arbeiter, die nach ihrer Schicht im Stollen draussen zusammen Fussball gespielt haben. «Auf Kohle geboren», ist also nicht irgend so ein Spruch im Ruhrgebiet. Denn ohne Bergbau gäbe es kein Schalke.

Kein Wunder wird das Ende des Steinkohle-Bergbaus vor genau zwei Jahren von Schalke in besonderer Form verabschiedet. Im Rahmen des letzten Heimspiels des Jahres 2018 gegen Leverkusen, das ganz im Zeichen der Kohle gestanden hatte. Dank einer Ausnahmeregelung vom DFB mit speziell bedruckten Trikots. Zudem haben die letzten Bergmänner im Ruhrgebiet aus einem Hobel ein Denkmal gezaubert, das nun vor der Schalker Südkurve die Geschichte des Bergbaus lebendig bleiben lässt. Und damit auch daran erinnert, welche Werte die Bergleute damals in die Region gebracht haben. Von Verlässlichkeit über Beständigkeit bis hin zum Wir-Gefühl. Werte, die das heutige Schalke sich dringendst wieder vor Augen und zu Herzen führen sollte.

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