Auf einen Blick
- Bayern zieht Vertragsangebot für Joshua Kimmich zurück, um Entscheidung zu forcieren
- Ähnliche Situation wie bei Michael Ballack vor 20 Jahren
- Kimmichs Gehalt von 19 Millionen Franken könnte für Wirtz-Transfer genutzt werden
Am Freitagabend müssen die Bayern gegen Stuttgart ohne ihren Mittelfeld-Dirigenten Joshua Kimmich (30) auskommen. Aufgrund einer Sehnenreizung im linken Oberschenkel fehlt er verletzt. Ein Vorgeschmack auf das, was ab Sommer ein Dauerzustand sein könnte?
Denn dass der einstige VfB-Junior auch in der nächsten Saison noch das Münchner Trikot trägt, ist nicht sicher. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus, seit Monaten hält er den deutschen Rekordmeister mit seiner Entscheidung hin. Nun ist genug, am Montag haben die Bayern-Bosse Berichten zufolge ihr aktuelles, für Kimmich lukratives Vertragsangebot zurückgezogen. Das Ziel sei es, eine zeitnahe Entscheidung zu forcieren. Je früher er sich für eine Verlängerung entscheidet, desto besser würde der Vertrag noch ausfallen, heisst es in deutschen Medien.
Hoeness stellte Ballack öffentlich bloss
Diese Massnahme gab es an der Säbener Strasse zuletzt vor 20 Jahren und hat viele Parallelen. Wie Kimmich heute war Michael Ballack (48) 2005 der Stratege im Bayern-Mittelfeld, Captain der deutschen Nationalmannschaft und sein Vertrag lief ebenfalls per Ende Saison aus. Der Unterschied: Auf der Jahreshauptversammlung verkündete der damalige Präsident Uli Hoeness öffentlich, dass man das Verlängerungsangebot bis 2010 «offiziell zurückgezogen» habe. Die Folge: Ballack verliess die Bayern im Sommer und wechselte zu Chelsea.
Bei Kimmich sei deutschen Medien zufolge eine Verlängerung zwar immer noch möglich, allerdings «nur noch zu Bayern-Bedingungen», wie «Bild» schreibt. Verständnis für diesen radikalen Richtungswechsel im Vertragspoker hat Bayern-Legende Lothar Matthäus (63). «Bayern möchte Klarheit. Das ist ein Zeichen, dass sie kurzfristig auf eine Entscheidung von Kimmich warten», sagt er bei Sky.
Kimmich-Millionen für Wirtz?
Die Bayern müssen allmählich für die kommende Saison planen, sportlich und finanziell. Da scheint man auch einen Abgang von Kimmich in Kauf zu nehmen, weil man mit Pavlovic, Palhinha, Laimer und Goretzka über vier weitere starke zentrale Mittelfeldspieler verfügt.
Zudem wollen die Münchner ohnehin bei den Gehältern einsparen, um im Sommer 2026 den Grossangriff auf Wunschspieler Florian Wirtz (21) von Bayer Leverkusen zu lancieren. Da kämen die knapp 19 Millionen Franken von Kimmich gerade recht. Für Wirtz würden wohl rund 110 Millionen Ablöse und 23,5 Millionen Lohn anstehen.
Sollte Kimmich nicht verlängern, stehen zahlreiche europäische Spitzenklubs Schlange. Allen voran der FC Barcelona und Manchester City haben in den letzten Wochen Interesse angemeldet. Bei den Citizens erhofft man sich, Profit aus der gemeinsamen Zusammenarbeit von Kimmich und Trainer Pep Guardiola (54) bei den Bayern in der Saison 2015/16 zu schlagen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
---|---|---|---|---|---|
1 | Bayern München | 24 | 51 | 61 | |
2 | Bayer Leverkusen | 23 | 24 | 50 | |
3 | Eintracht Frankfurt | 23 | 16 | 42 | |
4 | SC Freiburg | 23 | -2 | 39 | |
5 | FSV Mainz | 23 | 13 | 38 | |
6 | RB Leipzig | 23 | 7 | 38 | |
7 | VfB Stuttgart | 24 | 6 | 36 | |
8 | VfL Wolfsburg | 23 | 9 | 34 | |
9 | Borussia Mönchengladbach | 23 | 0 | 34 | |
10 | Borussia Dortmund | 23 | 5 | 32 | |
11 | FC Augsburg | 23 | -8 | 31 | |
12 | Werder Bremen | 23 | -12 | 30 | |
13 | Union Berlin | 23 | -16 | 23 | |
14 | TSG Hoffenheim | 23 | -16 | 22 | |
15 | FC St. Pauli | 23 | -9 | 21 | |
16 | VfL Bochum | 23 | -23 | 17 | |
17 | 1. FC Heidenheim 1846 | 23 | -20 | 15 | |
18 | Holstein Kiel | 23 | -25 | 13 |