Luzern-Coach über Ex-Spieler Vukcevic
Babbel: «Wussten nicht, ob er überlebt»

Vor fünf Jahren rast Hoffenheim-Profi Boris Vukcevic in einen Lastwagen. Sein damaliger Coach, Markus Babbel, erinnert sich ans Drama.
Publiziert: 25.09.2017 um 19:42 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 16:25 Uhr
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Wrack: Der Mercedes von Vukcevic nach dem Unfall.
Foto: Ronald Wittek
Nicolas Lurati und Stefan Kreis

Der Mercedes sieht aus, als sei er direkt aus der Schrottpresse gefallen. Unfassbar, dass aus diesem Wrack ein Mensch lebend geborgen werden konnte.

Der Mann, der gleich mehrere Schutzengel hatte: Boris Vukcevic. Damals Profi bei Bundesligist Hoffenheim.

Am 28. September 2012 ist der damals 22-Jährige auf dem Weg zum Training, als sein Wagen mit über 70 km/h frontal mit einem 40-Tonnen-Lastwagen kollidiert. Vukcevic trägt schwerste Kopfverletzungen davon. Nach einer Notoperation in Heidelberg versetzen ihn die Ärzte in ein künstliches Koma – sieben Wochen lang. Eine hoffnungsvolle Karriere nimmt ein jähes Ende.

Fünf Jahre ist dieser schreckliche Unfall her. Markus Babbel, damals Trainer bei Hoffenheim, heute beim FC Luzern, erinnert sich: «Kurz vor dem Abschlusstraining kam die Hiobsbotschaft. Das war fürchterlich, etwas vom Schlimmsten, was ich je erlebt habe. Diese quälende Ungewissheit war fast nicht zum Aushalten – wir wussten nicht, ob er überlebt. Vor dem Spiel gegen Augsburg am Tag drauf sagte ich nur zwei Worte: Für Boris.»

Die gute Nachricht: Vukcevic überlebt. Die schlechte: Er hat Einschränkungen in einer Körperhälfte und Konzentrationsschwierigkeiten, eine Rückkehr in den Profifussball ist auch fünf Jahre nach dem Unfall kein Thema. «Das Training läuft positiv und ich beschäftige mich schon ein bisschen mit dem Ball», sagte der ehemalige U21-Nationalspieler gegenüber der «Bild am Sonntag», an ein Comeback denkt er aber noch nicht. «Ich bin momentan zufrieden mit den Fortschritten, die ich in aller Ruhe mache.»

Das Tragische am Ganzen: Vukcevic ist Diabetiker und zum Zeitpunkt des Unfalls unterzuckert. Bei Hoffenheim war das Problem bekannt, im Training stand immer eine Cola bereit, Teamkollegen nahmen an einer Schulung teil, um bei Krampfanfällen zu helfen. Hoffenheims damaliger Manager Andreas Müller: «Ein kleiner Schokoriegel und das Ganze wäre vermutlich nicht passiert.» Und aus der vielversprechenden Karriere von Vukcevic wäre vielleicht eine grosse geworden.

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