Bedenkliche Menschenrechtslage
Bayern wegen Finanzspritze aus Ruanda in der Kritik

Die Bayern haben einen neuen Sponsor an Land gezogen: Ab sofort nimmt der deutsche Rekordmeister staatliche Gelder aus Ruanda an. Diese neue Partnerschaft polarisiert – und wird von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert.
Publiziert: 29.08.2023 um 21:25 Uhr
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Aktualisiert: 30.08.2023 um 22:43 Uhr
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Die Bayern werden für ihren neuen Sponsoringdeal kritisiert.
Foto: Getty Images

In diesem Sommer beendete der FC Bayern München den Deal mit der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways. Fünf Jahre lang erhielten die Bayern zum Ärger der Fans Gelder aus der Kasse des katarischen Regimes, dem schwere Menschenrechtsverstösse vorgeworfen werden.

Gross war daher bei den Anhängern das Aufatmen, als die Partnerschaft aufgelöst wurde. Ersetzt wird sie jedoch mit einem neuen Sponsoring, das nun für nicht minder viel Kritik sorgt.

Finanzspritze aus Ruanda

Künftig prangt der Schriftzug «Visit Rwanda» auf den Werbebanden der Allianz Arena. Damit werben die Bayern für die staatliche Tourismus-Kampagne des ostafrikanischen Landes. Der ruandische Staat wird so zum neuen Platin Partner – also zum zweitwichtigsten Vereinssponsor nach den Hauptpartnern und Anteilseignern (T-Mobile, Adidas, Allianz und Audi).

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Die Krux an der Sache: Das Land wird seit 23 Jahren diktatorisch von Paul Kagame (65) regiert. Politische Gegner werden verfolgt, Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind stark beschnitten. Hinzu kommt, dass Ruanda zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Rund 60 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Und dennoch nehmen die Bayern in Zukunft staatliche Gelder aus Ruanda an.

Scharfe Kritik von Human Rights Watch

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch lässt am neuen Sponsoring-Deal der Bayern kein gutes Haar: «Wer gedacht hatte, dass der FC Bayern den Sponsor aus Menschenrechtsgründen wechselt, der wurde jetzt hart enttäuscht», so Wenzel Michalski gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist ein Staat, in dem Menschenrechte mit Füssen getreten werden.»

Die Bayern sind nicht der erste grosse Fussballverein, der eine Partnerschaft mit «Visit Rwanda» eingeht. Auch Arsenal (seit 2018) und PSG (seit 2020) machen Werbung für das Kagame-Regime – und werden dafür mit Millionen aus der Staatskasse eines bitterarmen Landes belohnt. (sbe)

Bundesliga
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bayern München
Bayern München
27
52
65
2
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
27
28
59
3
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
27
15
48
4
FSV Mainz
FSV Mainz
27
14
45
5
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
27
4
43
6
RB Leipzig
RB Leipzig
27
7
42
7
SC Freiburg
SC Freiburg
27
-3
42
8
FC Augsburg
FC Augsburg
27
-6
39
9
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
27
8
38
10
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
27
6
38
11
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
27
3
37
12
Werder Bremen
Werder Bremen
27
-10
36
13
Union Berlin
Union Berlin
27
-15
30
14
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
27
-16
27
15
FC St. Pauli
FC St. Pauli
27
-11
25
16
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
27
-20
22
17
VfL Bochum
VfL Bochum
27
-27
20
18
Holstein Kiel
Holstein Kiel
27
-29
17
Champions League
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