Für das Nations-League-Spiel gegen Frankreich am Freitag sind bereits mehr als 10’000 Tickets abgesetzt worden. Die Frauen-Nati stellt damit die Männer punktuell in den Schatten.
Nur gut 8000 Fans sind im Kybunpark, als vor neun Tagen die Männer-Nati ihr Testspiel gegen Luxemburg mit 3:1 gewinnt. Es ist die magerste Heimkulisse in der Ära von Murat Yakin seit dem Debüt des Nati-Coachs Anfang September 2021 beim Test-Kick gegen Griechenland.
Ganz fair ist der Vergleich nicht
Deutlich mehr Fans werden am Freitag zugegen sein, wenn die weibliche SFV-Auswahl in St. Gallen in der Nations League Frankreich empfängt. Die Frauen kochen damit die Männer ab. «Es ist doch schön, wenn man das Ganze für einmal umkehren kann», sagt Verteidigerin Viola Calligaris (29) mit einem Schmunzeln.
Ganz fair ist der Vergleich allerdings nicht. Einerseits hatte das Testspiel der Männer keine sportliche Relevanz, andererseits ist die Anspielzeit (20 Uhr) und der Wochentag (Freitag anstatt Dienstag) bei den Frauen für die Zuschauer deutlich attraktiver.
Kommt hinzu, dass der SFV viel getan hat, dass drei Monate vor der Frauen-EM im eigenen Land eine gute Ambiance im Stadion herrscht. Die Tickets kosten nur elf bis 15 Franken, zudem ist das Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel im Raum St. Gallen gratis.
Den Länderspiel-Rekord wird die Nati am Freitag gegen die Nummer 11 der Weltrangliste aber kaum brechen. Die bisherige Bestmarke liegt bei 17’306 Fans beim Testspiel Ende November im Zürcher Letzigrund gegen Deutschland.
Die Nati-PK zum Nachlesen
Fazit
Sichtlich gut gelaunt präsentieren sich Nati-Trainerin Pia Sundhage und Verteidigerin Viola Calligaris vor dem Nations-League-Hit gegen Frankreich. Besonders gerne sprechen sie über das letzte Aufeinandertreffen mit unserem Nachbarn. Im Oktober 2024 bezwang die Schweiz Frankreich mit 2:1. «Das gibt uns natürlich viel Selbstvertrauen.»
Für einen Lacher sorgt die Frage eines Journalisten. Er will wissen, ob Calligaris am Freitag in der Startelf stehe. «Da sie heute neben der Cheftrainerin sitzt, gehe ich davon aus», fügt er an. Sundhage muss schmunzeln. «Wir werden sehen», antwortet sie und lässt sich damit nicht in die Karten blicken.
Konkreter wird die Nati-Trainerin wenn es um Neuling Laia Ballesté geht. «Ich bin sehr beeindruckt von ihr», schwärmt sie. Und gibt dann auch gleich ein Versprechen ab: «Sie wird in diesem Zusammenzug die Chance bekommen, sich zu zeigen.»
Deutlich äussert sich Sundhage auch zur Personalie Ramona Bachmann. «Sie gehört derzeit nicht zu den Besten.» Mit ihr wolle man aber Geduld haben. Bachmann spielt aktuell in Housten in den USA. Hinter ihr liegen turbulente Wochen. Der Trainer und Sportchef wurden entlassen. In der Nati soll Bachmann nun zur Ruhe kommen.
Die PK ist vorbei. Sundhage und Calligaris verlassen den Raum. Merci für deine Aufmerksamkeit.
Am Freitag gegen Frankreich werden rund 10'000 Zuschauer in St. Gallen erwartet. Das sind mehr als beim Testspiel der Männer im gleichen Stadion. «Es ist toll, wenn einmal die Frauen über den Männer stehen», sagt Calligaris und ergänzt: «Diese Zahl freut mich sehr. Das Publikum kann uns unterstützen, das hilft sehr. Insbesondere gegen einen derart starken Gegner.»
Wie sieht Sundhage die Rolle von Bachmann? «Die Frage ist, wie nahe sie an ihrer Topform ist. Es kommt auch darauf an, wer mit ihr spielen kann. Wir müssen da die beste Lösung suchen. Ich habe mit Ramona gesprochen und ihr gesagt, dass wir geduldig sein müssen. Wir alle wissen, dass sie eine der Besten sein kann. Das ist sie aktuell nicht. Sie hat in letzter Zeit grosse Fortschritte gemacht.»
Einige wichtige Verteidigerinnen spielen aktuell nicht regelmässig in ihren Klubs. Ist Sundhage darüber besorgt? «Klar wäre es super, wenn sie immer spielen würden. Aber sie sind hier, weil sie sehr gute Spielerinnen sind. Unser Job ist es nun, sie weiterzubringen und an den Spiel-Rhythmus zu gewöhnen. Das ist nicht ganz einfach.»
Calligaris wird ebenfalls auf Nati-Neuling Laia Ballesté angesprochen. «Ich kannte Laia vorher nicht. Man spürt, dass sie sehr gut am Ball ist. Ihre Schnittstellenpässe sind stark.»
Nun geht es um die Stimmung im Team. Calligaris zeigt sich sehr positiv: «Wir haben eine gute Atmosphäre. Man spürt, dass die EM näher kommt. Alle sind motiviert und freuen sich darauf.»
Sundhage wir über Nati-Neuling Laia Ballesté ausgefragt. «Ich bin sehr beeindruckt von ihr. Das Team hat sie sehr gut aufgenommen. Gut möglich, dass Laia bereits morgen zum Einsatz kommt. Auf jeden Fall erhält sie in diesem Zusammenzug die Chance, sich zu präsentieren.» Dabei streicht Sundhage heraus, dass sie als spanisch-schweizerische Doppelbürgerin sehr gut am Ball ist.
Ein Journalist will wissen, ob Calligaris von Beginn weg spielt. «Da sie heute neben der Cheftrainerin sitzt, gehe ich davon aus», meint er. Sundhage muss lachen. «Wir werden sehen», entgegnet sie.
Nati-Trainerin Sundhage wird gefragt, was ihre Pläne für das morgige Spiel sind. «Erstens wissen wir, dass wir Frankreich schon geschlagen haben. Das gibt uns Selbstvertrauen. Wir haben darüber gesprochen, ob wir ein wenig höher verteidigen könnten. Im Angriff haben wir in der Vergangenheit sehr gute Konter gezeigt. In Zukunft wollen wir den Ball ein wenig länger halten.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Deutschland | 2 | 3 | 4 | |
2 | Niederlande | 2 | 1 | 4 | |
3 | Österreich | 2 | -2 | 3 | |
4 | Schottland | 2 | -2 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | Frankreich | 2 | 2 | 6 | |
2 | Norwegen | 2 | 0 | 3 | |
3 | Island | 2 | -1 | 1 | |
4 | Schweiz | 2 | -1 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
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1 | England | 2 | 1 | 4 | |
2 | Portugal | 2 | 1 | 4 | |
3 | Spanien | 2 | 0 | 3 | |
4 | Belgien | 2 | -2 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
---|---|---|---|---|---|
1 | Schweden | 2 | 1 | 4 | |
2 | Dänemark | 2 | 1 | 3 | |
3 | Italien | 2 | -1 | 3 | |
4 | Wales | 2 | -1 | 1 |