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Zhegrova reist nicht nach Russland
Kosovo-Konflikt erreicht den FCB!

Weil Edon Zhegrova (20) Kosovare ist, hätte er nach Serbien reisen müssen, um ein Visum für Russland zu bekommen. Basel fliegt deshalb ohne den Flügelspieler nach Krasnodar zum Europa-League-Duell vom Donnerstag (16.50 Uhr).
Publiziert: 27.11.2019 um 17:12 Uhr
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Aktualisiert: 17.02.2020 um 14:30 Uhr
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Der FCB landet am Mittwochmittag in Krasnodar.
Foto: freshfocus
Stefan Kreis

Nein, gejubelt hat in Basel keiner, als der Uefa-Mann Krasnodar aus dem Lostopf fischte. Unbequemer Gegner, weite Reise. Über 6000 Kilometer wird der FCB-Tross insgesamt zurücklegen, am Mittwoch um 7 Uhr hob der FCB-Charter ab, über vier Stunden später landet die Mannschaft im Süden Russlands.

Nicht mit dabei im Flieger zum zweitletzten Europa-League-Gruppenspiel: Edon Zhegrova. Weil dieser kosovarischer Staatsbürger ist und die Russen den Kosovo nicht als eigenständige Nation anerkennen, hätte Zhegrova erst nach Serbien fliegen müssen, um ein Visum zu beantragen. Der FCB entschied sich dagegen, der 20-Jährige bleibt zuhause. Das berichten «BaZ» und «BZ Basel.»

Probleme, wenn sich Kosovo für Euro 2020 qualifiziert

Fussball und Politik? Gehören in der Theorie zwar nicht zusammen, sind aber trotzdem nicht zu trennen. Die «Visumprobleme» von Zhegrova sind nur die Spitze des Eisbergs, sollte sich der Kosovo via Nations League für die EM 2020 qualifizieren, ist der nächste Ärger vorprogrammiert.

Mit Spanien (Bilbao), Russland (St. Petersburg), Rumänien (Bukarest) und Aserbaidschan (Baku) erkennen vier Ausrichterstaaten den Kosovo nicht an. Während Aserbaidschan den Kosovo immerhin schon in der Nations League empfing und Rumänien in der Basketball-EM-Qualifikation, verstehen Spanien, wegen seines Konflikts in Katalonien, und die traditionelle serbische Schutzmacht Russland, keinen Spass, wenns um die Eigenständigkeit der Kosovaren geht.

Am 26. März treffen die im Nations-League-Halbfinal auf Nordmazedonien. Gewinnen die Kosovaren, brauchen Zhegrova und Co. noch einen Sieg (gegen Weissrussland oder Georgien), um an der Europameisterschaft teilzunehmen.

Wetten, dass die Uefa nicht auf ein solches Szenario hofft?

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