Sportlich steht Schaffhausen vor dem grossen Herbst-Highlight: Heimspiel gegen GC. Gegen den Absteiger siegte der FCS bereits im Letzigrund. Schafft das Yakin-Team nun auch daheim vor 3000 bis 4000 Fans den Coup?
Neben dem Platz gibt es keine Highlights. Da stolpert der Klub von einer Posse zur nächsten. Auch tobt der Zoff zwischen Klubboss Roland Klein und der vorherigen Besitzerfamilie Fontana weiter. Längst haben die Anwälte übernommen. Es geht um das umstrittene Ende der Zusammenarbeit, gegenseitige Vorwürfe und total unterschiedliche Interpretationen von Vertragsinhalten. Aber nicht nur, wie ein Blick auf weitere Brennpunkte zeigt:
Drohender Stadion-AG-Konkurs
Man muss wissen, dass es um zwei Aktiengesellschaften geht. Um die Stadion AG und die FCS AG. Roland Klein ist Besitzer aller Aktien der FCS AG, aber er weigert sich, wie geplant auch die Aktienmehrheit der Stadion AG von den Fontanas zu übernehmen und neuer Verwaltungsrat zu werden.
Grund sind verschiedene Ansichten zwischen Klein und der Familie des verstorbenen Patrons Aniello Fontana (†71). Aus Kleins Sicht ist die AG nicht wie abgemacht schuldenfrei, gemäss den Ex-Besitzern aber sehr wohl. Wenn bald kein neuer Verwaltungsrat bestimmt wird, kommts zum formalen Konkurs. Klein nimmt das und damit das Verprellen der Kleinaktionäre in Kauf und möchte dann fortan alle Geschäfte über seine FCS AG abwickeln.
Allerdings: Nach SonntagsBlick-Informationen existiert ein Vertragspassus, der die beiden Gesellschaften aneinanderkettet. In der Form, dass die FCS AG sowieso alle Verbindlichkeiten der Stadion AG übernehmen muss und diese gar keine separaten Schulden haben kann. Klein: «Das ist eine Sache für die Rechtsanwälte. Ich hoffe weiterhin auf eine Lösung. Aber der FCS mit dem ganzen sportlichen Bereich kann problemlos ohne Stadion AG existieren.»
Klub in Banner-Skandal involviert?
Drei FCS-Fans haben ein zweijähriges Stadionverbot kassiert, nachdem sie im Mai am Spiel in Winterthur ein sexistisches Banner entrollten. Aber bei der Staatsanwaltschaft ist der Fall nicht abgeschlossen. Brisant: Nach BLICK-Informationen soll auch der Sohn* eines FCS-Funktionärs ins Justiz-Visier geraten sein, beim Skandal eine Rolle gespielt zu haben. Der Funktionär sagt: «Mein Sohn war wie viele andere Fans am Spiel dabei, aber unbeteiligt. Er wurde von der Polizei nie vernommen.»
Wirbel um Stadionname
Seit der Eröffnung 2017 heisst das Stadion Lipo-Park. Seit letztem Sommer aber nicht mehr, obwohl der FCS die Bezeichnung weiter verwendet. Die neue Führung gibt der alten die Schuld, über den auslaufenden Lipo-Vertrag zu spät informiert worden zu sein. Aber Lipo ist nach wie vor bereit, über eine Verlängerung zu sprechen. Nach einem Treffen, bei dem von FCS-Seite nur Francesco Ciringione erschien – Yakin-Kumpel ohne offiziellen FCS-Job –, herrschte aber monatelange Funkstille von Klubseite. Klein: «Wenn Lipo weiterhin interessiert ist, schauen wir das gerne an.»
Verurteilter Teilzeit-Geschäftsführer
Seit Juli ist Boris Jaeggi FCS-Geschäftsführer. Daneben ist der Basler aber auch weiterhin im Verlag von Ciringione tätig. Der Mann ohne Fussballerfahrung, aber mit zwei Jobs ist offenbar nur noch sporadisch in Schaffhausen vor Ort. Braucht der FCS keinen vollamtlichen Geschäftsführer? Klein: «Vielleicht in Zukunft. Aber momentan sind wir sehr froh um seine Hilfe.» Jaeggi hat eine illustre Vergangenheit: In den 90er Jahren bestätigt das Bundesgericht eine Busse gegen ihn wegen seiner Beteiligung an illegalen Schneeballsystemen.
(* Name der Redaktion bekannt)
Es hat etwas Rührendes, wenn gestandene Fussballgrössen wie Murat und Hakan Yakin an einem Schlagerkonzert im Schaffhauser Stadion Bier ausschenken und Kisten schleppen. Die Yakins mit vollem Einsatz für den Klub.
Aber die Episode zeigt eben auch, wie handgestrickt es beim FCS nach der Übernahme durch Roland Klein zu und her geht. Vieles wirkt improvisiert, vom Organigramm zum Stadion-Catering bis zur Klubkommunikation. Dazu kommen die happigen Vorwürfe gegen Vorbesitzerfamilie Fontana und eine undurchsichtige Personalpolitik.
Geschäftsführer Boris Jaeggi hat noch einen zweiten Job in Basel. Verleger Francesco Ciringione hat kein Mandat, «leiht» aber Jaeggi dem FCS aus und
wickelt Sponsorentreffen im Namen des Klubs ab. Sportchef müsste eigentlich Trainer Murat Yakin sein, aber er wehrt sich gegen diese Bezeichnung.
Wer macht im Klub was und warum? Alles ist etwas unklar. Es wirkt dahingewurstelt. Dabei sind Klein und Yakin beim FCS mit dem Vorsatz angetreten, den Klub zu professionalisieren und ihn vom Familienbetrieb zu einem modernen Verein zu machen. Davon ist bisher herzlich wenig zu sehen.
Das muss sich möglichst schnell ändern. Denn sonst hätte Klein die Rettung des Klubs auch gleich bleiben lassen können.
Matthias Dubach
Es hat etwas Rührendes, wenn gestandene Fussballgrössen wie Murat und Hakan Yakin an einem Schlagerkonzert im Schaffhauser Stadion Bier ausschenken und Kisten schleppen. Die Yakins mit vollem Einsatz für den Klub.
Aber die Episode zeigt eben auch, wie handgestrickt es beim FCS nach der Übernahme durch Roland Klein zu und her geht. Vieles wirkt improvisiert, vom Organigramm zum Stadion-Catering bis zur Klubkommunikation. Dazu kommen die happigen Vorwürfe gegen Vorbesitzerfamilie Fontana und eine undurchsichtige Personalpolitik.
Geschäftsführer Boris Jaeggi hat noch einen zweiten Job in Basel. Verleger Francesco Ciringione hat kein Mandat, «leiht» aber Jaeggi dem FCS aus und
wickelt Sponsorentreffen im Namen des Klubs ab. Sportchef müsste eigentlich Trainer Murat Yakin sein, aber er wehrt sich gegen diese Bezeichnung.
Wer macht im Klub was und warum? Alles ist etwas unklar. Es wirkt dahingewurstelt. Dabei sind Klein und Yakin beim FCS mit dem Vorsatz angetreten, den Klub zu professionalisieren und ihn vom Familienbetrieb zu einem modernen Verein zu machen. Davon ist bisher herzlich wenig zu sehen.
Das muss sich möglichst schnell ändern. Denn sonst hätte Klein die Rettung des Klubs auch gleich bleiben lassen können.
Matthias Dubach
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
---|---|---|---|---|---|
1 | FC Aarau | 28 | 19 | 53 | |
2 | FC Thun | 28 | 17 | 53 | |
3 | FC Etoile Carouge | 28 | 10 | 47 | |
4 | FC Vaduz | 28 | 1 | 40 | |
5 | FC Wil | 28 | 7 | 39 | |
6 | FC Stade-Lausanne-Ouchy | 28 | 6 | 38 | |
7 | Neuchatel Xamax FCS | 28 | -3 | 36 | |
8 | FC Stade Nyonnais | 28 | -21 | 26 | |
9 | AC Bellinzona | 28 | -15 | 24 | |
10 | FC Schaffhausen | 28 | -21 | 21 |