Das erste Logo? Von einem Schweizer, na logo!
Die Farben von Bayern München? Natürlich Rot-Weiss. Doch das war nicht immer so. Als der Verein am 27. Februar 1900 gegründet wurde, waren die Klubfarben noch Blau-Weiss, so auch das erste Logo. Entwickelt hatte es vor 125 Jahren ein Schweizer, der Architekturstudent Karl Köpplin. Er war später auch zuständig für den Bau der bekannten Badhütte Rorschach. Das denkmalgeschützte Gebäude brannte im Dezember 2024 komplett ab.
Das erste Mitglied war ein Schweizer
Heute haben die Bayern rund 382'000 Mitglieder. Mitglied Nummer 1 war ein Schweizer, Otto Schweizer. Okay, wir gebens zu, Schweizer war ein Deutscher. Erst war er Spieler bei den Bayern, später Vorstandsmitglied und Teil des Ehrenrats. Die Mitgliednummer 1 wurde ihm 2018 ehrenhalber verliehen. Das Schicksal wollte es, dass Schweizer am 27. Februar 2022 starb, am 122. Geburtstag seines so geliebten Klubs.
Neblige Erinnerungen
Nur gerade zehn Mal bestritten die Bayern bis heute einen Ernstkampf gegen ein Schweizer Team. Das verrückteste Aufeinandertreffen fand 1962 im Messestädte-Pokal statt. Im Hinspiel siegten die Münchner in Basel souverän 3:0. Am 30. Oktober 1962 hätte es dann zum Rückspiel kommen sollen, doch dieses fand nie statt. Der Grund? Dichter Nebel am Spieltag. Da die Schweizer nicht mehr mit einem Wunder rechneten, strebten sie gar keinen neuen Spieltermin mehr an und verloren deshalb auch das Rückspiel 0:3 forfait.
Der vergessene Bayern-Schweizer
Obs wohl am falschen Namen lag? Bislang durften vier Schweizer für die Bayern in der Bundesliga auflaufen – und ihre Nachnamen begannen alle mit S: Alain Sutter, Ciriaco Sforza, Xherdan Shaqiri und Yann Sommer. Am 10. April 2021 hätte es aber beinahe noch einen fünften gegeben: Dimitri Oberlin. Vor dem Heimspiel gegen Union Berlin schlug bei den Münchnern die Verletzungshexe gnadenlos zu. Deshalb hievte Trainer Hansi Flick von der 2. Mannschaft einige Spieler ins Kader, darunter Oberlin. Doch dieser kam dann doch nicht zum Einsatz, durfte aber den Führungstreffer durch Musiala gemeinsam mit Goalie Manuel Neuer feiern. Heute spielt Oberlin übrigens bei Sepsi Sfantu Gheorghe in Rumänien.
Schach-Schweizer Studer
Zwischen 2017 und 2021 spielte noch ein Schweizer für Bayern München, und natürlich beginnt auch dessen Nachname mit einem S. Doch Noël Studer spielte für die Bayern nicht Fussball, sondern Schach. Bayern und Studer – das passte, denn: «Bayern München war meine grosse Jugendliebe. Als Kind schwärmte ich von Mark van Bommel und Hasan Salihamidzic.» In der Saison 2021/22 war der heute 28-Jährige dann auch noch Trainer des 1. Schach-Teams von Bayern München.
Exil in der Schweiz
Gleich drei Mal war der legendäre Kurt Landauer (1884–1961) Präsident von Bayern München: zwei Mal vor und ein Mal nach dem Zweiten Weltkrieg. Als die Nazis 1933 die Macht in Deutschland übernahmen, legte der Jude sein Amt nieder. 1938 kam er gar für 33 Tage ins Konzentrationslager Dachau. Nach seiner Entlassung konnte er flüchten, und zwar in die Schweiz. Als die Bayern 1943 im Zürcher Hardturm gegen eine Schweizer Auswahl kickten, sass Landauer auf der Tribüne. Weil der Legende nach die Spieler nach Schlusspfiff zu ihm hoch grüssten, kehrte Landauer 1947 trotz vieler Zweifel wieder nach München zurück. Einer der 24 Schweizer Bayern-Fanclubs heisst bis heute «Kurt Landauer Fanclub Zürich».