Teststart mit Hindernissen und Norris-Tagessieg
Chaos in Bahrain – Kälte und Stromausfall lähmen Formel 1

Die Formel 1 ist beim Saisonstart in der Wüste von Bahrain im Wetter-Griff. Am Abend fiel die Asphalttemperatur unter 17 Grad. Im Fahrerlager waren es bei heftigen Winden noch gefühlte 5 Grad. Schnellster am 1. Testtag: Norris (McLaren). Starker Bortoleto wird Zwölfter.
Publiziert: 18:19 Uhr
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Aktualisiert: vor 37 Minuten
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Lando Norris kürt sich am ersten Testtag in Bahrain zum Sieger.
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Um 17 Uhr Lokalzeit (15 Uhr MEZ) schlug dann auch noch die Stromhexe ausserhalb der Hauptstadt Manama zu. Und legte die Formel 1 an der Rennstrecke (sofort rote Flaggen) und im Mediensaal ohne Licht und Internet für fast eine Stunde lahm. Die dann bis 20 Uhr nachgeholt wurde.

Spanien lässt grüssen …

Die ersten 8 der total 24 Stunden waren eher eine Vorbereitung für den GP in der Antarktis. Da hätte man jetzt in Spanien (Barcelona oder Jerez) bessere Bedingungen vor dem WM-Start in Melbourne (16. März) vorgefunden.

Ferrari schützte am Mittwoch die Aussenräume beim Team-Haus sogar mit zehn Wärmestrahlern. Und die Meteorologen haben für Donnerstag auch noch Regen angekündigt.

Nur Haas und Aston Martin im Regen

Interessant, was die Teams für die drei Tage bei Pirelli als Gummi-Material bestellten. Zur Auswahl standen die harten Mischungen C1 und C2 (der Unterschied sind die weissen Farbkreise), die gelben Medium-Reifen C3 und C4 sowie die weichen und roten Pneus von C5 und C6.

Dazu kamen die grünen Intermediates und die blauen Regenreifen. Für eine nasse Piste wären – laut der Pirelli-Liste – nur Aston Martin und Haas ausgerüstet. Alle anderen Teams müssten also tatenlos zusehen.

Ferrari und Williams jagen Superzeiten

Jedes Team durfte 35 Sätze auswählen. Aston Martin und Alpine sind nur mit den drei härtesten Mischungen unterwegs, peilen also kaum Superzeiten an.

Den weichsten Gummi (C5 und C6) setzen nur Ferrari und Williams mit je einem Satz ein. Sauber hat fast das gleiche Sortiment wie Weltmeister McLaren ausgewählt. Nur beim C4 bestellten die Hinwiler drei Sätze, McLaren nur einen.

Wieder Bullen-Traumstart?

Vor einem Jahr schien die Sache klar: Red Bull startete in den ersten zehn Rennen bis Barcelona mit sieben Verstappen-Siegen und einem zweiten Rang des Holländers sowie vier Podestplätzen von Pérez. McLaren konterte mit einem Erfolg (Norris in Miami), fünf zweiten und einem dritten Platz.

Dann wechselte das Bild. McLaren verstand den bei den Tests den noch harmlosen MC38 immer besser. Red Bull geriet in die Krise. Und wurde am Ende in der Team-WM auch noch von Ferrari geschnappt. Wiederholt sich 2025 die Geschichte?

Morgen-Sieger Antonelli

Nach dem harmlosen Morgen (zwei Dreher von Tsunoda und Lawson) begann der Nachmittag mit einem kurzen Angriff auf die Morgen-Bestzeit von Antonelli (1:31,428).

Doch Gasly, Verstappen und Leclerc (alle drei innerhalb von 0,016 Sekunden) scheiterten knapp. Bis Antonellis Mercedes-Teamkollege Russell mit 1:31,082 erstmals eine erste Richtzeit für diesen Kälte-Test hinlegte. Die Pole-Zeit von 2024 fuhr der spätere Sieger Max Verstappen im Red Bull-Honda mit 1:29,179.

Hamiltons erste Niederlage

Nach 120 Minuten am Nachmittag waren zwar alle zehn Piloten, die am Morgen zuschauen mussten, unterwegs. Doch Sauber-Neuling Gabriel Bortoleto (20) und Vizeweltmeister Norris hatten sich noch keine Zeit notieren lassen.

Inzwischen übernahm Leclerc im Ferrari die Führung und war dabei eine Sekunde schneller als Teamkollege Hamilton am Morgen. Aber eben: Wer weiss, wie viel Sprit da jeweils im Tank war. Zehn Liter Benzin machen pro Runde gute 0,2 Sekunden aus.

Applaus für Bortoleto

Nach zwei Stunden liess McLaren Norris endlich auf die Zeitenjagd – und der Brite fuhr in der zweiten Runde gleich die drittschnellste Zeit hinter Leclerc und Russell. Später war es die Bestzeit.

Bortoleto nützte die vielen und jeweils abgebrochenen Runden für ein Boxenstopp-Training. Und kurz vor Schluss um 20 Uhr Lokalzeit setzte er sich noch vor Hülkenberg (18.). Ja, der Formel-2-Meister kletterte sogar auf Platz 12.

Ergebnisse Bahrain-Tests

1.Tag (Endstand)

1. Norris (McLaren) 1:30,430
2. Russell (Mercedes) 1:30,587
3. Verstappen (Red Bull) 1:30,674
4. Leclerc (Ferrari) 1:30,878
5. Sainz (Williams) 1:30,955
6. Gasly (Alpine) 1:31,353
7. Antonelli (Mercedes) 1:31,428
8. Lawson (Red Bull) 1:31,560
9. Albon (Williams) 1:31,563
10. Tsunoda (Racing Bulls) 1:31,610
11. Hadjar (Racing Bulls) 1:31,747
12. Bortoleto (Sauber) 1:32,718
13. Hamilton (Ferrari) 1:31,834
14. Doohan (Alpine) 1:31,841
15. Alonso (Aston Martin) 1:31,874
16. Stroll (Aston Martin) 1:31,949
17. Piastri (McLaren) 1:32,084
18. Hülkenberg (Sauber) 1:32,169
19. Ocon (Haas) 1:33,600
20. Bearman (Haas) 1:35,522

1.Tag (Endstand)

1. Norris (McLaren) 1:30,430
2. Russell (Mercedes) 1:30,587
3. Verstappen (Red Bull) 1:30,674
4. Leclerc (Ferrari) 1:30,878
5. Sainz (Williams) 1:30,955
6. Gasly (Alpine) 1:31,353
7. Antonelli (Mercedes) 1:31,428
8. Lawson (Red Bull) 1:31,560
9. Albon (Williams) 1:31,563
10. Tsunoda (Racing Bulls) 1:31,610
11. Hadjar (Racing Bulls) 1:31,747
12. Bortoleto (Sauber) 1:32,718
13. Hamilton (Ferrari) 1:31,834
14. Doohan (Alpine) 1:31,841
15. Alonso (Aston Martin) 1:31,874
16. Stroll (Aston Martin) 1:31,949
17. Piastri (McLaren) 1:32,084
18. Hülkenberg (Sauber) 1:32,169
19. Ocon (Haas) 1:33,600
20. Bearman (Haas) 1:35,522

«Bald wieder fröhliche Gesichter»

Bei Sauber muss der neuen Mannschaft zum Start Kredit eingeräumt werden. Nico Hülkenberg (37) war vom Start weg vorne dabei. Der Deutsche will das zukünftige Audi-Team schon mal nach vorne bringen. Und übt sich als Motivator: «Das Auto hat sicher das Potenzial, um die Gesichter der Mitarbeiter bald wieder fröhlicher zu sehen. Aber es liegt ein langer Weg vor uns!»

Man darf nach dem Debakel 2024 (nur vier WM-Punkte) jetzt keine schnellen Wunder erwarten. Aber auch Bortoleto ist hoch motiviert. Der Brasilianer unterhielt sich vor dem Teststart hier lange mit Weltmeister Verstappen. Klar, die beiden fahren beim Sim-Racing für «Red Line» im gleichen Team.

Neue Regel: zwei Pflichtstopps in Monaco

Die Formel 1 hat Massnahmen ergriffen, um den Grand Prix von Monaco sportlich aufzuwerten. Die oftmals wenig ereignisreichen Rennen auf dem engen Stadtrundkurs im Fürstentum sollen ab diesem Jahr durch zwei verpflichtende Boxenstopps spannender werden.

Der Motorsport-Weltrat des internationalen Automobilverbandes segnete einen entsprechenden Vorschlag der Formel-1-Kommission bei einer Video-Konferenz ab. Die Fahrer müssen nun mindestens drei Reifensätze verwenden, dabei im Trockenen mindestens zwei verschiedene Gummimischungen nutzen. (SDA)

Die Formel 1 hat Massnahmen ergriffen, um den Grand Prix von Monaco sportlich aufzuwerten. Die oftmals wenig ereignisreichen Rennen auf dem engen Stadtrundkurs im Fürstentum sollen ab diesem Jahr durch zwei verpflichtende Boxenstopps spannender werden.

Der Motorsport-Weltrat des internationalen Automobilverbandes segnete einen entsprechenden Vorschlag der Formel-1-Kommission bei einer Video-Konferenz ab. Die Fahrer müssen nun mindestens drei Reifensätze verwenden, dabei im Trockenen mindestens zwei verschiedene Gummimischungen nutzen. (SDA)

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