«Niemand begeistert sich für euch»
Lakers-Bosse prügeln auf eigene Spieler ein

Bei Schlusslicht Lakers hat aktuell nur Maskottchen Leyki etwas zu lachen. Denn selbst auf der eigenen Homepage ist die Berichterstattung negativ.
Publiziert: 03.02.2015 um 10:40 Uhr
|
Aktualisiert: 09.10.2018 um 03:49 Uhr
1/4
Verbal-Prügel vom Vorstand für die Spieler der Rapperswil-Jona Lakers.
Foto: Keystone
Von Nicole Vandenbrouck

Wer nach der Lakers-Pleite vom Samstag gegen Biel auf der Klub-Homepage den Matchbericht lesen wollte, rieb sich verwundert die Augen. In einem offenen Brief an die Spieler werden deutliche Worte gewählt: «Die heute dargebotene Leistung reicht bei weitem nicht, um irgendwen für Euch und Euer Spiel zu begeistern.»

Der Verfasser: Olaf Irrgang, Leiter Kommunikations-/Öffentlichkeitsarbeit. Was nach einer Affekthandlung aussieht, ist aber durchdacht. «Es kam nicht spontan aus dem Bauch heraus», erklärt Irrgang, «ich liess die Emotionen setzen und habe versucht, sachlich zu schreiben.» Während dem Spiel sei ihm nicht verborgen geblieben, dass bei den Zuschauern die Stimmung kippt. «Die Fans würden sich von uns entfernen, wenn wir einen solchen Auftritt noch gutheissen würden.»

Rücksprache mit der Klubführung

Er habe sich die Wortwahl so überlegt, dass auch das Umfeld noch dahinter stehen kann. Und auch Rücksprache mit der Klubführung genommen. Dies bestätigt Geschäftsführer Roger Sigg: «Wir stehen alle dahinter.» Es werde auch mal schwierig, etwas Positives zu finden. Sigg redet aus Erfahrung, der Geschäftsführer verfasste Mitte November auf der Klub-Homepage ein Schreiben, in dem er deutliche Worte fand.

Zu Irrgangs offenem Brief sagt Sigg: «Wir haben von diesem Spiel etwas anderes erwartet. Das musste man auch mal auf den Punkt bringen, um den Spielern wieder mal die Augen zu öffnen.» Irrgang bestätigt: «Es gab nichts Imageförderndes zu schreiben.» Damit zeige man auch Verständnis für den Frust der Fans.

Hürlimanns Einwand

Und wie sieht es mit dem Verständnis bei den Spielern aus? Captain Stefan Hürlimann (29) bekam erst am Montag Wind von den Zeilen. «Die Kritik ist angebracht, wir haben sie verdient.» Die Spieler hätten gemerkt, dass das Publikum frustriert war, «auch wir sind es». Es müsse allen bewusst werden, dass es in die heisse Phase gehe, «wir müssen der Unart, den Kopf hängen zu lassen, einen Riegel schieben».

Hürlimanns einziger Einwand: «Dass die Kritik so erfolgt, finde ich etwas unglücklich. Man hätte es dem Team in der Kabine sagen können.» Was auch gemacht worden wäre, wenn nicht zwei Stunden nach dem Spiel die Transfer-Deadline gewesen wäre.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Fehler gefunden? Jetzt melden
Was sagst du dazu?