Geprägt wird die Partie von dummen Strafen. Den Anfang macht Marc Marchon, den man auf diese Saison hin nach Bern holte, um als Zündkerze für Emotionen zu sorgen. Der ehemalige Kloten-Stürmer pflanzt seinen Ellbogen ins Gesicht von Linden Vey. Die fällige 2-Minuten-Strafe nützt Gottéron zur Führung. Dabei trifft Captain Julien Sprunger, der in der Vergangenheit immer wieder Tore gegen den SCB geschossen hat. In den letzten 40 Zähringer Derbys hat der 39-Jährige nun 16 Treffer erzielt.
Doch auch auf Fribourger Seite leistet sich einer einen groben Aussetzer. Früh im Mitteldrittel gibt Andreas Borgman dem verunsicherten und fehlerhaften SCB Sauerstoff. Er befördert Marchon Kopf voran in die Bande. Die Schiedsrichter sehen sich die Szene zwar noch lange auf dem Bildschirm an. Doch eigentlich ist sofort klar: Für den Schweden ist das Spiel zu Ende. Borgman muss dann tatsächlich vorzeitig unter die Dusche. Dabei war der Verteidiger, der den Klub Ende Saison verlassen muss, nur (als Center!) zum Einsatz gekommen, weil sein Landsmann Jacob De la Rose verletzt fehlt.
SCB leistet sich plötzlich viele Strafen
Der SCB macht während der Strafe gegen Borgman zwar einen nervösen Eindruck, trifft dann aber dennoch. Marco Lehmann verwertet einen Abpraller am hinteren Pfosten gekonnt. Der schnelle Flügel, der bisher in dieser Serie noch nicht in die Gänge gekommen war, hatte Sekundenbruchteile vor der ersten Pause die beste SCB-Chance vergeben.
Erstmals in der Serie in Führung gehen die Berner, bei denen Liga-Topskorer Austin Czarnik verletzt ausfällt und erneut Adam Reideborn im Tor steht, nach einem erfolgreichen Forechecking. Thierry Schild erobert den Puck, der beste Berner, Simon Moser, trifft den Pfosten und Fabian Ritzmann staubt ab.
Die davor sträflich passiven Fribourger werden dann munterer. Auch, weil sich der SCB Strafe um Strafe leistet. Doch Goalie Adam Reideborn hält stark. Und als er geschlagen scheint, rettet Patrik Nemeth heldenhaft gegen Marcus Sörensen. Doch 93 Sekunden vor dem vermeintlichen Schluss gleicht Gottéron mit sechs Feldspielern durch einen Ablenker von Yannick Rathgeb aus.
Die Entscheidung fällt erst nach 68 Minuten und 23 Sekunden, als der Tscheche Lukas Klok mit einem Buebetrickli zum Sieg schiesst.
Fans: 17’031
Tore: 15. Sprunger (Schmid, Sörensen/PP) 0:1. 25. Lehmann (Vermin, Baumgartner/PP) 1:1. 44. Ritzmann (Moser, Schild) 2:1. 59. Rathgeb (Gunderson/ohne Goalie) 2:2. 69. Klok (Loeffel, Ejdsell) 3:2.