Wow! Nach sechs Tagen ohne Spiel starten die Fribourger in ihren ersten Final seit 2013, als hätten sie all die Jahre nur auf diesen Moment gewartet. Sie springen aus den Startblöcken und setzen sofort zum Forechecking an. Sie gewinnen fast jeden Zweikampf und setzen ihre Gegner unter der Druck. Es scheint ihnen gut getan zu haben, dass sie sich bereits am Freitag auf den Weg ins Bündnerland gemacht und in Chur übernachtet haben.
Mit so viel Tempo und so mutig hat den HCD noch kaum ein Team attackiert. Der entthronte Doppel-Meister ZSC war jedenfalls nicht dazu in der Lage. Der HCD wirkt derweil eingerostet und überfordert. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Samuel Walser, 2015 noch Teil des letzten Davoser Meisterteams, profitiert von einer Unachtsamkeit von Verteidiger Calle Andersson, schnappt sich den Puck und zieht entschlossen und wuchtig vors Tor, wo Jan Dorthe trifft.
Der Quali-Dominator, der diese Saison davor von 32 Heimspielen deren 29 gewann, versucht nach der ersten Pause auch auf Betriebstemperatur zu kommen. Doch just nachdem Matej Stransky & Co. erstmals Druck machen, schlägt Fribourg wieder zu. Topskorer Henrik Borgström spaziert in aller Ruhe übers Feld und packt dann einen Laser-Schuss aus.
Der HCD verliert den Fokus und die Nerven und kann von Glück sagen, dass das Powerplay der Fribourger unter der Woche zwar Korrekturen erfahren hat, aber immer noch nicht effizienter ist. Doch Captain Julien Sprunger, der seine Karriere nach der Serie beenden wird, dreht die Uhr zurück und spielt, als wäre 40 das neue 30. Zusammen mit dem starken Walser, der mit einem Direktschuss trifft, zelebriert er das 3:0.
Die Luft scheint draussen. Doch ein HCD-Doppelschlag von Yannick Frehner und Julian Parrée innert zwölf Sekunden lässt die Arena explodieren. Zum Schluss wird es so richtig wild. Brendan Lemieux erzielt das 3:3. Doch die Fribourger nehmen ihre Coachs Challenge. Die Schiedsrichter schauen sich das Video lange an – und annullieren das Tor, weil Stransky Goalie Reto Berra angegangen hat. Dass er dabei von Jacob de la Rose leicht gestossen wurde, scheint sie nicht zu beeindrucken. Rund um die Fribourger Bank kommt es zu Tumulten. Zum Schluss kommt es noch zu Keilereien. Und einer Spieldauerstrafe gegen Lemieux.
Fans: 6547
Tore: 9. Dorthe (Walser) 0:1. 28. Borgström 0:2. 36. Walser (Sprunger) 0:3. 50. Frehner (Frick) 1:3. 50. Parrée (Knak) 2:3.




