Beim letzten Tanz von Trainer Dan Tangnes (wechselt nach Schweden zu Rögle) gerät der EVZ mächtig aus dem Takt. Die Zuger werden von den Davosern überrumpelt, kommen lange nicht mal in die Nähe des gegnerischen Tores. Gefahrenpotenzial? Null.
Fairerweise muss man vorwegschicken: Beim EVZ fehlt ein ganzer Block an Stammspielern, die Verteidiger Lukas Bengtsson und Dominik Schlumpf sowie die Stürmer Jan Kovar, Mike Künzle und Fabrice Herzog sind angeschlagen oder verletzt. Das hat zwar einen Einfluss auf die vorhandene Qualität auf dem Eis, darf aber keinen haben auf Bereitschaft, Fokus oder Entschlossenheit.
Doch bei den Zugern häufen sich die Fehlzuspiele und Puckverluste. Und war nicht irgendwo, sondern mitten in der Gefahrenzone. Wie bei Fredrik Olofsson. In der Rückwärtsbewegung verliert er den Zweikampf gegen HCD-Jungspund Rico Gredig (20), der im Zusammenspiel mit Torschütze Julian Parrée ein leichtes Spiel gegen den unerfahrenen Verteidiger Ludvig Johnson und Goalie Leonardo Genoni hat.
Erst trifft Lindemann, dann Zadina
Der EVZ braucht viel zu lange, um auf Playoff-Betriebstemperatur zu kommen. Die Davoser sind diesbezüglich heisser, physischer, wirbliger, einfach am Viertelfinal-Puls. Der Weg zum HCD-Gehäuse ist ein harter für die Zuger, die Davoser Abwehrtürme Sven Jung, Michael Fora, Calle Andersson und Klas Dahlbeck sind bissig. Nicht nur Pucks prallen regelmässig an ihnen ab – auch Zuger Spieler. Das bekommt EVZ-Center Sven Senteler zu spüren, als er nach einem Energieanfall Goalie Sandro Aeschlimann über den Haufen fährt. Die Abreibung dafür erfolgt prompt. Die Bündner hingegen haben oft freie Bahn. So gleitet Fora durch die EVZ-Abwehr wie ein heisses Messer durch Butter (29.).
Teenie Lindemann (19) bleibt der ausgelassene Jubel über seinen ersten Treffer im Hals stecken. Nur 45 Sekunden später leistet sich Livio Stadler einen haarsträubenden Fehlpass direkt auf die Stockschaufel von Filip Zadina. Der Zuger serviert ihm so den Siegtreffer.