Fribourg distanziert Bern dank Sieg in Lausanne
3:27
Hochspannung im Strich:Fribourg distanziert Bern dank Sieg in Lausanne

Hochspannung im Strichkampf
Fribourg nimmt den SCB in den Schwitzkasten

Fribourg-Gottéron schlägt Lausanne auswärts 3:2 – und erhöht den Druck im Strichkampf auf den SC Bern. Die SCL Tigers ergattern in Genf zwei Punkte.
Publiziert: 18.02.2020 um 22:17 Uhr
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Aktualisiert: 17.03.2020 um 14:36 Uhr
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Fribourg schlägt Lausanne – und setzt den SCB unter Druck.
Foto: Getty Images
Eishockey-Redaktion

HC Lausanne – Fribourg-Gottéron 2:3

9600 Fans

In der Westschweiz ticken die sportlichen Uhren im gleichen Takt wie etwas weiter östlich: Man schaut in erster Linie auf sich selbst. Eine Zusammenarbeit auf Kosten von Deutschschweizern wird sowieso nur im äussersten Notfall in Betracht gezogen. Genf und Lausanne sind sich zwar spinnefeind, sehen sich als Klubs mit privilegierter Lage am Genfersee allerdings auf einer anderen Stufe als die Üechtländer aus dem ländlichen Fribourg. Und in Fribourg freut man sich diebisch über die aktuelle Dominanz im saisonalen Quervergleich mit den «Parvenus» aus Lausanne, die mit dem Geld ausländischer Investoren die nationale Spitze stürmen möchten. Vor dem letzten Duell mit den Waadtländern weist Fribourg mit fünf Siegen aus fünf Spielen (14:1-Punkte) eine fast makellose Bilanz aus.

Dieser Trend wird im (vorläufig) letzten Vergleich nicht gebrochen. Wie schon beim letzten Gastspiel in Lausanne setzt Fribourg auf eine verdichtete Defensive. Und auf die Fangkünste von Goalie Reto Berra, der in Lausanne jeweils noch eine zusätzliche Stufe zu zünden scheint. In der Startphase nimmt der Belagerungszustand vor Berras Kasten fast groteske Züge an. Lausanne drückt, schraubt und dreht, feuert aus allen Rohren und muss sich nur anekdotisch mit Abwehrarbeit beschäftigen. Das einzige Tor erzielt trotzdem Fribourg: Ein sinnloser Pass des Verteidigers Frick landet bei Gunderson und der zieht aus der Ferne ab. Tor.

An der Physiognomie des Spiels ändert sich danach nicht viel. Lausanne hat optisch ein Übergewicht, scheint aber in diesem Duell irgendwie den Glauben an einen Sieg verloren zu haben. Fribourg nutzt dann eine der wenigen sich bietenden Chancen eiskalt, diesmal ist es Desharnais, der im Powerplay aus spitzem Winkel trifft.

Fribourg verschafft sich damit ein Polster von vier Punkten und nimmt den Meister aus Bern in den Schwitzkasten. Entscheidend ist das fünf Runden vor Schluss noch nicht. Aber einigermassen unbequem für den SCB.

Der Beste – Berra (Fribourg). Der Held des Abends. Setzt unter Druck ein Zeichen für die Saanestädter. Unglaubliche Paraden, vor allem in der Startphase.

Die Pflaume – Frick (LHC). Erstickt die beste Phase der eigenen Mannschaft mit einem Fehlpass in den Luftleeren Raum. Gunderson trifft zum 1:0.

Tore: 20. Gunderson 0:1. 30. Desharnais (Sprunger, Gunderson/PP) 0:2. 58. Bertschy (Vermin, Lindbohm) 1:2. 60. Desharnais (Gunderson, Stalberg) 1:3 (ins leere Tor). 60. Kenins (Grossmann) 2:3.

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker.

HC Davos – EV Zug 1:2 n.V.

Ein Spitzenkampf der Extraklasse – ist es nicht. Eine Duftmarke für die baldigen Playoffs setzen – tut keiner. Das Gezeigte hält zunächst nicht, was die Affiche zwischen Leader Zug und Davos verspricht. Mehr Druckphasen haben die dezimierten Bündner, die ohne ihren energiegeladenen Antreiber Ambühl (Fussverletzung seit SCRJ-Spiel) antreten müssen. EVZ-Goalie Genoni vereitelt zwei Hochkaräter von Herzog. Die Zuger selbst kommen nur langsam in Fahrt. Zunder kommt erst ab Spielmitte rein, als die Zuger HCD-Goalie Van Pottelberghe immer wieder auf die Pelle rücken und die Davoser ihr Revier vehement verteidigen. Das Tempo wird in der Schluss-Viertelstunde erhöht. Der EVZ verpasst den Vollerfolg auch, weil die Abstimmung im Powerplay überhaupt nicht sitzt. Egal, was HCD-Captain Nygren Landsmann Lindberg vor dem Overtime-Bully noch sagt, den Zug-Schweden beeindruckt es nicht. Er setzt Youngster Leuenberger (21) gekonnt in Szene, der im Nachschuss zur Entscheidung trifft.

Zug bodigt Davos nach 13 Sekunden Overtime
2:25
Spitzenspiel in Bündnerland:Zug bodigt Davos nach 13 Sekunden Overtime

Der Beste – Sven Leuenberger (Zug). Ist ein Aktivposten, spielt sich in den Linien hoch und sorgt in der Verlängerung frech für die Entscheidung.

Die Pflaume – Perttu Lindgren (Davos). Spielt in einem solchen Spiel eine zu kleine Rolle.

Tore: 35. Meyer 1:0. 36. Thorell (Geisser, Martschini) 1:1. 61. Leuenberger (Lindberg) 1:2.

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker.

Genf-Servette – SCL Tigers 2:3 n.P.

5707 Fans

Die Partie: Spät, aber doch noch! Erstmals besiegt Langnau in dieser Saison Servette. Das Ehlers-Team versucht von Anfang an alles, um die siebte Niederlage in den letzten acht Partien zu vermeiden. Die Tigers übernehmen sofort das Spieldiktat, kommen schon früh zu einer Top-Chance durch Berger.

Tigers erkämpfen sich zwei wichtige Punkte
4:37
Zusammenschluss am Strich:Tigers erkämpfen sich zwei wichtige Punkte

In Führung gehen aber die Genfer, als Berthon einen Konter abschliesst. Auf den Treffer des Franzosen findet Langnau bald eine Antwort, als Andersons einen Abpraller zum 1:1 verwertet. Doch dann leistet sich In-Albon einen fatalen Blackout. Er spielt einen Querpass, bei dem er sich selbst fragen dürfte, warum er ihn gespielt hat. Dieser wird zur perfekten Vorlage für Rod. Der Servette-Captain trifft zur erneuten Führung.

Lange sieht es so aus, als ob die Gäste nicht mehr zum Ausgleich kommen würden. Obwohl Ehlers die Linien durchwirbelt und die Ausländer mit dem starken DiDomenico forciert. 15 Sekunden vor Ende, als Punnenovs einem sechsten Feldspieler Platz gemacht hat, klappt es doch noch. DiDomenico spielt Elo grandios frei. Und der Finne trifft zum 2:2.

In der Overtime kommen die Tigers zu einem Powerplay. Doch erst im Penaltyschiessen sichern sie sich noch den Sieg. Dieser müsste den Emmentalern im Playoff-Kampf eigentlich ganz viel Schub geben.

Der Beste: Chris DiDomenico (SCL Tigers). Diesmal Antreiber ohne Theater. Mit dem Pass, der die Hoffnung am Leben erhält.

Die Pflaume: Loïc In-Albon (SCL Tigers). Ein Horror-Fehlpass vor dem zweiten Genfer Tor.

Tore: 7. Berthon (Douay) 1:0. 13. Andersons (Lardi) 1:1. 19. Rod 2:1. 60. Elo (DiDomenico, Glauser/ohne Goalie) 2:2. – Penaltyschiessen: Blaser 0:1, Smirnovs -; Elo 0:2, Wingels -; Maxwell -, Tömmernes -; DiDomenico -, Winnik 1:2; Pesonen -, Rod -.

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker.


National League 24/25
Mannschaft
SP
TD
PT
1
ZSC Lions
ZSC Lions
19
19
40
2
HC Davos
HC Davos
21
21
40
3
Lausanne HC
Lausanne HC
21
8
40
4
SC Bern
SC Bern
22
15
36
5
EHC Kloten
EHC Kloten
21
2
33
6
EV Zug
EV Zug
21
14
33
7
EHC Biel
EHC Biel
21
0
32
8
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
21
-4
31
9
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
21
-9
27
10
SCL Tigers
SCL Tigers
19
-3
25
11
HC Lugano
HC Lugano
19
-13
25
12
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
19
-12
24
13
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
17
-3
22
14
HC Ajoie
HC Ajoie
20
-35
15
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