Hätte man mich vor der Saison über Bob Hartleys Zukunft in Calgary befragt, wäre meine Antwort folgende gewesen: Er ist ein «dead man walking». Warum? Weil ich den Flames damals nicht sehr viel Kredit gab, und sie in der sehr wettbewerbsfähigen Western Conference spielen. Und dann noch das: Hartley wurde weder von Präsident Brian Burke noch vom neuen GM Brad Treliving angeheuert – normalerweise steht ein Coach dann unter Generalverdacht.
Und nun? Nach starken Leistungen ist Calgary hervorragend klassiert, ich schätze deshalb, dass man Hartley einen neuen Vertrag mit viel besseren Konditionen offeriert. Aktuell verdient der ehemalige Trainer der ZSC Lions etwas mehr als eine Million Dollar.
Was mich am beinahe schon notorisch anspruchsvollen Hartley überrascht, ist die Tatsache, dass er seinen Stil den Möglichkeiten der Mannschaft angepasst hat. Aber ist das nicht immer so? Nein. Der Erfolg hängt wohl immer von den Leistungen des Goalies ab – und Jonas Hiller ist in Calgary «the man» und Hartley vertraut ihm fast blindlings.
Noch wichtiger ist allerdings, dass Hartley seine Mannschaft ihre Stärken ausspielen lässt, statt um jeden Preis sein bevorzugtes System durchzusetzen – eine Falle, in die viele Trainer immer wieder tappen.
Die Spieler setzen Hartleys Vorgaben bedingungslos um – und auf diese Weise kann ein Trainer erfolgreich sein.