Die Mittelpunktschule in Steinen SZ sagt knappen Shorts und kurzen Röckchen den Kampf an. Noch vor Ende des Schuljahrs hat die Schulleitung gemeinsam mit den Lehrern einen Dresscode beschlossen: Tiefe Ausschnitte und sichtbare Unterwäsche, aber auch bauch- und rückenfreie Oberteile sind verboten!
«Wir wollen die männlichen Lehrer schützen», sagt Schulleiterin Christa Wehrli Jaun. «Es ist schwierig, bei den heutigen Kleidern wegzuschauen.» Der Dresscode soll also sicherstellen, das sich die Lehrer wieder auf den Unterricht konzentrieren können.
Schülerinnen und Schüler, die sich nicht an die neuen Regeln halten, werden künftig unterrichtsgerecht eingekleidet – sie müssen T-Shirts oder Hosen der Schule anziehen. Von einer Uniform will Christa Wehrli Jaun aber nichts wissen: «Wir haben keine speziellen Uniformen angeschafft, sondern ganz normale T-Shirts und Boxerhosen.» Man wolle die Schüler schliesslich nicht an den Pranger stellen.
Rückendeckung erhält die Schule in Steinen vom Zentralpräsidenten des Lehrerverbands, Beat W. Zemp. Auch wenn er zum Fall Steinen keine Stellung nehmen könne, habe er grundsätzlich Verständnis für derartige Vorschriften. «Wenn der Unterricht gestört wird, ist es selbstverständlich, wenn solche Regeln festgelegt werden», meint Zemp. Rechtlich sei dies durchaus möglich. Wichtig sei aber, dass die Kleiderordnung niemanden diskriminiere. «Aber das ist bei Hotpants ja wohl kaum der Fall.»
Bis jetzt halten sich die Schüler an die züchtige Kleiderordnung. Obwohl eine Mehrheit dagegen ist, wie eine Umfrage unter den Jugendlichen ergab, blieben die Schulshirts bislang im Schrank.
Christa Wehrli Jaun ist vom pädagogischen Wert des Dresscodes überzeugt: «Das ist für ihre spätere Laufbahn im Berufsleben wichtig. Es gibt Regeln, und an die muss man sich halten.» Auch auf der Bank könne man als Lehrling ja nicht einfach anziehen, was man wolle. «Wir wollten auch dieses Bewusstsein wecken.»