Gotthard-Etappe in Gefahr
Felssturz bringt Tour de Suisse ins Schwitzen

In knapp drei Wochen sollte die Tour de Suisse durch die Schöllenenschlucht führen. Nach dem Felssturz sucht man nun Alternativen.
Publiziert: 27.05.2015 um 15:32 Uhr
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Aktualisiert: 04.10.2018 um 20:47 Uhr
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Wegen der abgebrochenen Gesteinsmassen bleibt die Gotthard-Passstrasse zwischen Göschenen und Andermatt für Wochen geschlossen.
Foto: Astra

Die Strasse durch die Schöllenenschlucht zwischen Göschenen und Andermatt ist seit Montag gesperrt. Nach einem Felssturz ist die Gefahr zu gross, dass noch mehr Material auf die Strasse kracht.

Wegen des schlechten Wetters konnten Experten das Gebiet bislang nicht mit dem Helikopter aus der Nähe betrachten. Deshalb ist unklar, wie lange die Strasse zu sein wird.

Morgen genauere Prognose

Heute sollte das Wetter besser sein. Klappt es mit dem Heli-Flug, will das Bundesamt für Strassen Astra morgen mitteilen, wie lange die Sperre dauern wird, wie Sprecherin Esther Widmer zu Blick.ch sagt.

Gespannt darauf sind auch die Veranstalter der Tour de Suisse. Denn die 3. Etappe führt am Montag, 15. Juni von Brunnen UR via Gotthard nach Olivone TI. «Wir warten auf den definitiven Entscheid. Gleichzeitig prüfen wir Alternativen, denn wir wollen vorbereitet sein», sagt TdS-Geschäftsführer Oliver Senn.

Viele Ausweichmöglichkeiten gäbe es allerdings nicht. Eine wäre eine Umfahrung via die Pässe Susten, Grimsel und Nufenen. Dort besteht aber die Gefahr eines plötzlichen Wintereinbruchs. Zudem würde die Umfahrung zu einer «brutalen Etappe» führen, worauf die Fahrer nicht vorbereitet seien.

Mit dem Auto durch den Tunnel?

Am Startort Brunnen will TdS-Chef Senn indes festhalten: «Brunnen hat schon viel Aufwand betrieben und ein Volksfest organisiert.» Möglich wäre deshalb ein Pro-Forma-Start in Brunnen, danach würden die Fahrer mit Autos bis nach Airolo fahren und dort aufs Velo umsteigen.

Nervös sei man wegen der gesperrten Schöllenenschlucht aber nicht, sagt Oliver Senn: «Klar ist das eine Herausforderung, aber es haut uns nicht aus den Schuhen. Mit höherer Gewalt muss man umgehen können.» (sas)

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