Kunsteisbahn Aarau schliesst schon um halb fünf
Einsprachen bremsen Eisläufer aus

Für 20 Millionen wurde die Kunsteisbahn in Aarau renoviert. Dann folgte das Desaster: Wegen eines Fehlers der Betreiber muss die Eisbahn unter der Woche bereits um 16.30 Uhr schliessen. Rund 500 Jugendliche und der Hockey-Club können nicht mehr trainieren.
Publiziert: 17.02.2017 um 10:46 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 15:53 Uhr

Ein kleiner Fehler im Baugesuch führt zu einem Debakel um die renovierte Eishalle Keba in Aarau/Suhr. Die Stadt Aarau und der Generalunternehmer Priora gaben im ersten Baugesuch als Betriebsschluss 16.30 Uhr an – doch dies war nur die Zeit für den öffentlichen Eislauf. Ursprünglich angedachte Schliesszeit: 23.30 Uhr.

Ein kleiner Fehler im Baugesuch führte zu einem grossen Debakel um die Kunsteisbahn Aarau.
Foto: Webseite Keba

Einsprachen gegen verlängerte Öffnungszeiten

Dieses Malheur versuchten die Behörden mittels eines zweiten Baugesuchs im März 2016 wieder auszubügeln – ohne Erfolg. Denn die Bürger rebellierten: Rund 100 Einsprachen gingen gegen die verlängerten Öffnungszeiten ein, schreibt die «Aargauer Zeitung».

Heinz Zaugg, Präsident der Keba, bezeichnet die Öffnungszeiten als «Katastrophe».

Nach einem Hin und Her zwischen Gemeinde, Einsprechern und der Kunsteisbahn (Keba) traf das Kantonale Baudepartement gestern eine folgenschwere Entscheidung: Es gab den Beschwerdeführern aus dem Quartier recht. Die Keba muss ab heute jeweils schon um 16.30 Uhr schliessen – drei Monate nach der Eröffnung. Hockey- und Eiskunstlaufvereine können nun nicht mehr trainieren.

«Es ist eine Katastrophe für die Jungen», meint Heinz Zaugg, Präsident der Keba. «Rund 500 Jugendliche stehen nachher auf der Strasse.»

Die 1. Mannschaft der Argovia Stars, die in der 1. Liga spielt, steht gar kurz vor der Auflösung. Sportchef Heinz Leuenberger sagt zur «Aargauer Zeitung»: «Wenn wir in den nächsten fünf bis sechs Wochen nicht Lösungen finden, werden wir von der Bildfläche verschwinden.»

Dank einer Ausnahmebewilligung dürfen die Hockeyaner noch die letzten Saisonspiele in der Keba austragen. Danach ist Schluss. Die Trainings müssen sie bereits jetzt in Eishallen in der Umgebung absolvieren.

Das Malheur hat auch massive finanzielle Auswirkungen: Weil die Vereine das Eis am Abend nicht mehr nutzen können, müssen sie auch nicht mehr dafür zahlen.

Kein schlechtes Gewissen bei Beschwerdeführern

Madeleine Spichtig hat Einsprache erhoben gegen die längeren Öffnungszeiten.

Die Quartierbewohner, die Einsprache gegen die Öffnungszeiten einreichten, zeigen sich aber hartnäckig. «Das schlechte Gewissen müssen die in den Büros haben», sagt Einsprecherin Madeleine Spichtig zu «Tele M1». «Wir haben diese Zeiten nie angesagt.» Damit die beruftstätigen Anwohner und Kinder im Quartier ruhig schlafen können, soll die Kunsteisbahn maximal bis 22 Uhr offen sein, findet Spichtig.

Eine Lösung im Keba-Streit ist momentan noch nicht in Sicht. (kra)

Heinz Leuenberger ist der Sportchef des Eishockey-Verbundes Argovia Stars.
Foto: screenshot telem1
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