Verbotene Teile, heimlich geschraubt, blödsinnig Gas gegeben
Schuld am Töff-Lärm ist der Fahrer

Lärmgeplagte wissen es schon lange: Jeder Töff kann unnötig laut sein. Eine Studie des Touring Club Schweiz gibt ihnen nun recht.
Publiziert: 25.08.2019 um 10:47 Uhr
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Warum bleibt das Lärm-Problem gross? Das fragte sich das Bundesamt für Umwelt.
Foto: Andrea Brunner
Tobias Marti

Laut ist nicht gleich laut. Harleys können gemütlich vor sich hin blubbern, durchaus ein angenehmer Ton. Rennmaschinen hingegen sind etwa so wohlklingend wie eine Bandsäge. Solcherlei Beobachtungen sind etwa einer Million Menschen hierzulande sehr viel vertrauter, als ihnen lieb sein dürfte. Sie sind übermässigem Strassenlärm ausgesetzt.

Krach macht bekanntlich krank. Und im Schweizer Sommer kommt relativ viel Krach von Töffs und Töfflis. Der Staat ist mehr oder weniger hilflos. Wie viele Geräuschvorschriften wurden schon verschärft, wie viele potenzielle Lärmquellen wie Auspuffklappen mit restriktiven Vorschriften zu regulieren versucht? Und doch bleibt das Problem gross. Woran das liegen könnte, fragte man sich auch beim Bundesamt für Umwelt (Bafu).

Nun liegt die Antwort vor: Es liegt – einmal mehr – am Menschen, weniger an der Maschine, die er fährt. Dies zeigt eine kürzlich publizierte Studie des Touring Club Schweiz (TCS). Dieser hat im Auftrag des Bafu 23 Zweiräder geprüft. «Der Fahrstil ist entscheidend dafür, ob es lärmig wird», sagt Test­leiter Sascha Grunder. Oder anders gesagt: «Jeder ordnungsgemässe Töff lässt sich auch unnötig laut betreiben.»

Grosser Aufwand für Test

Das tönt simpel. Grunder und seine Leute mussten sich jedoch, bis sie zu diesem Ergebnis gelangten, fraglos ins Zeug legen. Sie trieben neue und alte Motorräder auf, darunter Rennbikes und Elektro- Roller, zu Vergleichs­zwecken organisierten sie sogar einen Ferrari. Auch ein Motorrad «mit illegal manipuliertem Sportauspuff» fiel den Prüfern in die Hände.

Auf ihrer Teststrecke taten sie dann, was Töff-Fahrer von Schallenberg bis San Bernadino am liebsten tun: bremsen vor, Gas geben nach Kurven. Und wieder und wieder und wieder.

Das Fazit steht jetzt im Prüfbericht: Grundsätzlich fallen Motorräder hierzulande nicht wegen übermässigen Lärmwerten auf. Solange der Auspuff legal ist. Auf dem Markt liessen sich aber auch überlaute Auspuffanlagen auftreiben – ohne Schweizer Zulassung! Auch für technisch weniger Versierte sei es keine Hexerei, die Rohre lauter zu machen.

Lärm macht der Mensch

Illegale Technik hin oder her: Lärmquelle Nummer eins bleibt aber der Mensch. Das Bafu will nun aufgrund der Untersuchungsergebnisse nach Möglichkeiten suchen, das Bundesamt für Strassen im Vorgehen gegen illegale Auspuffanlagen zu unterstützen. Damit werde sich die Situation auf der technischen Seite verbessern, teilt die Behörde auf Anfrage von SonntagsBlick mit.

Weiter sieht das Bafu in der Einrichtung weiterer Tempo-30-Zonen eine effiziente Massnahme gegen die Geräuschbelästigung durch Töffs.

Auch ein «Lärm-Display» am Motorrad selbst hält die Behörde für sinnvoll. Zusammen mit dem TCS testet das Bafu zudem einen Lärmradar aus Deutschland. Das Gerät soll auf einer Töffstrecke im Kanton Solothurn die Lärmbelastung messen: «Für mehr Ruhe am Wochenende.»

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