Fünf vor zwölf in Grenchen SO
Uhren-Manufaktur Fortis ist pleite

Die Fortis-Uhren schwebten jahrelang im All am Handgelenk russischer Kosmonauten - nun droht der Firma der Absturz.
Publiziert: 27.11.2017 um 17:09 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 19:45 Uhr
Die Fortis-Uhren schwebten schon in der ISS: Die Firma ist Ausrüster der russischen Kosmonauten.
Foto: Roscosmos

Die Uhrenmanufaktur Fortis in Grenchen SO steht vor dem Aus. Sie befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und hat die definitive Nachlassstundung beantragt.

Die Nachlassstundung wurde vom Zivilgericht Solothurn-Lebern am 20. November bewilligt, wie der neusten Ausgabe des «Schweizerischen Handelsamtsblatt» entnommen werden kann. Sie erstreckt sich über sechs Monate und dauert bis am 20. Mai 2018. Das Regionaljournal Aargau/Solothurn von SRF berichtete am Montag darüber.

Im Rahmen der Nachlassstundung kann mit den Gläubigern ein Nachlassvertrag ausgehandelt werden, um die rechtliche oder die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens vorläufig zu sichern. Während des Nachlassverfahrens sind weder Konkurs noch Betreibung auf Pfändung oder Pfandverwertung möglich.

Fortis war 1912 durch Walter Vogt in Grenchen gegründet worden. Das Unternehmen ist einer der wenigen Hersteller, die seit der Gründung durchgehend Uhren produzierten. 1926 ging bei Fortis die erste selbstaufziehende Armbanduhr in Serienproduktion.

Lange vor der Ära der Quarz- und Billiguhren lancierte Fortis 1969 die erste Armbanduhr aus Kunststoff. Mit einer Wasserdichtigkeit von 200 Metern und einem Gehäuse in sechs Farben war diese Taucheruhr ihrer Zeit voraus.

Fortis gilt derzeit als Spezialist für Flieger- und Weltraumuhren. Seit 1994 ist Fortis offizieller Ausrüster des Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrums. 1997 wurde das Modell «Official Cosmonauts Chronograph» auf der Raumstation Mir von den Kosmonauten getragen. Derzeit ist der Chronograph B-42 die offizielle Uhr der russischen Kosmonauten. (SDA)

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