Kriminal-Statistik
Weniger Morde dank Sanitätern

Rekord: Noch nie wurden so wenige Leute in der Schweiz getötet wie letztes Jahr. Dies weil unsere Retter immer besser werden.
Publiziert: 24.03.2015 um 17:21 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 18:50 Uhr

Die aktuelle Kriminalitätsstatistik zeigt: Die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte sank im letzten Jahr auf einen Tiefststand. Landesweit wurden noch 41 vollendete Tötungsdelikte erfasst gegenüber 59 im 2013. Zum Vergleich: 1990 waren noch 110 vollendete Tötungsdelikte registriert worden. Das entsprach einem Wert von 1,6 vollendeten Tötungsdelikten pro 100'000 Einwohner. 2014 ging dieser Wert auf 0,5 zurück. Dass diese Zahlen so signifikant zurückgegangen sind, hängt auch mit der Hilfe im Notfall zusammen, wie verschiedene Experten sagen.

Grössere Überlebenschancen dank besserer Notfallteams

So sieht der Zürcher Strafrechtsprofessor Martin Killias (66) einen Grund für den Rückgang bei der Ausrüstung der Notfallteams: «Schwer verletzte Opfer überleben häufiger.» Wer im öffentlichen Raum Opfer einer Straftat werde, habe dank schnellerer Hilfe bessere Überlebenschancen als die nicht sichtbaren Opfer eines Gewaltverbrechens in der eigenen Wohnung.

«Heute fährt das Spital zum Patienten»

Roland Portmann (39) von Schutz und Rettung Zürich bestätigt diesen Trend: «Früher wurden Patienten so schnell wie möglich ins Spital transportiert. Ambulanzen waren eine Art Taxidienst ins Spital.» Hilfe gab es erst im Spital. Heute sei das nicht mehr so, erklärt Portmann. «Heute fährt das Spital zum Patienten.»

So seien heute bestens ausgebildete Rettungssanitäter mit Diplom in den Rettungswagen unterwegs, sogenannte präklinische Spezialisten. «Vor Ort können sie mit gezielten notfallmedizinischen Massnahmen wie zum Beispiel Sauerstoff, Medikamenteneinsätzen oder Infusionen den Patienten stabilisieren.» So hätten schwer Verletzte eine viel höhere Überlebenschance. Und das schlägt sich dann auch in der Statistik nieder. (pin)

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