Eine Familie tritt an
4-mal Wasserfallen

Sie wollen das Erbe des Nationalrats Kurt Wasserfallen (†59) weitertragen. Ehefrau und Sohn kandidieren für das Berner Stadtparlament.
Publiziert: 15.11.2008 um 16:57 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 01:07 Uhr
Von Joël Widmer

Zwei Jahre nach dem Tod von Kurt Wasserfallen gibt dessen Familie politisch Vollgas. Witwe Margret (60, FDP) und Sohn Peter (28, SVP) kandidieren am 30. November bei den Wahlen für das Berner Stadtparlament. Der jüngere Sohn Christian (27) sitzt bereits seit einem Jahr für die FDP im Nationalrat. Zur Familie gehört mittlerweile auch Alexandra Thalhammer (29), Christians Lebenspartnerin. Auch sie will für die FDP ins Stadtparlament.

«In uns ist unheimlich viel von meinem verstorbenen Mann», sagt Margret Wasserfallen, «sein politisches Interesse, seine Begeisterungsfähigkeit.» Kurt Wasserfallen war lange Jahre FDP-Nationalrat sowie Polizei- und Finanzdirektor in der Berner Stadtregierung. Vor zwei Jahren erlag er einem Krebsleiden. Der Rechtsbürgerliche war klar, pointiert, liebte die harte politische Auseinandersetzung und war darum auch geachtet. Nun will Margret Wasserfallen sein Erbe weiterführen. Auch sein ältester Sohn Peter politisiert mit der Grundhaltung des Vaters. Dass er das in der SVP macht, stört die Mutter nicht. «Ich hätte auch zähneknirschend akzeptiert, wenn ein Sohn zu den Jungsozialisten gegangen wäre», sagt sie. Gegen die FDP sprach für Peter deren Haltung zu Auslandseinsätzen der Armee.

Wann immer die Wasserfallens an einem Tisch sitzen, wird engagiert diskutiert. So auch am Mittwochabend in einem Café in Bern. Thema ist die kommende Bundesratswahl. Alle sprechen durcheinander, sind sich aber einig: Christoph Blocher wird nicht mehr in den Bundesrat gewählt.

Man spüre, dass sie die gleichen Wurzeln hätten, sagt Alexandra Thalhammer. Sie hat Christian vor drei Jahren bei den Jungfreisinnigen kennengelernt. Als sie zum ersten Mal bei Wasserfallens eingeladen war, lebte Vater Kurt noch. Sie war «wahnsinnig nervös» gewesen, gesteht sie heute, bei einem bekannten Politiker eingeladen zu werden. Als Alexandra dann die Mietwohnung im Berner Aussenquartier Elfenau betrat, war sie erstaunt, wie «bescheiden und normal» die Wasserfallens leben.

Auch Mutter Margret war vor dem ersten Treffen besorgt. Sie hatte Angst, dass Alexandra am Familientisch nicht zu Wort kommt. Die Sorge war unbegründet. Alexandra diskutierte angriffslustig mit.

Darüber, wer von ihnen die besten Wahlchancen hat, sind sich alle einig: die Mutter. Als Witwe von Kurt Wasserfallen ist sie wohl am bekanntesten. Schafft sie den Sprung ins Parlament, will sie sich für Sicherheit und Sauberkeit einsetzen. «Ich habe noch viel Energie von meinem Mann in mir», sagt sie.

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