An der Europaallee wurde ein Büro von Google mit Bierbüchsen und Farbe beworfen. Einzelne schlugen auch auf eine Scheibe beim Eingang ein und beschädigten diese, wie ein Reporter von Keystone-SDA vor Ort beobachtete. Entlang der Strecke hinterliessen Vermummte zudem diverse Sprayereien.
Die Organisatoren der Demonstration kritisierten im Vorfeld vor allem institutionelle Vermieter für steigende Mietpreise. Die Politik mache zu wenig dagegen und sei «eng mit der Immobilienwirtschaft verbunden». Auch die SP schloss sich der Kritik an. Diverse Politikerinnen und Politiker waren anwesend, darunter SP-Nationalrätin Jacqueline Badran.
Neben linken Parteien riefen auch Gruppen aus dem linksextremen Milieu zur Demo auf. Diese machten sich am stärksten bemerkbar, mit antikapitalistischen Parolen und Sprüchen gegen die Polizei.
Auch Bewohner und Bewohnerinnen der Sugus-Häuser dabei
Die Stadtpolizei Zürich war entlang der Route postiert und versperrte unter anderem den Weg in die Bahnhofstrasse und einen Teil der Europaallee. Bei der Europaallee warfen einzelne Demonstranten Bierbüchsen und Wasserflaschen gegen die Polizisten.
Zu Beginn war der alte Slogan «Wo-wo-wohnige» zu hören, aber auch «Hüser bsetze, Bonze schletze». Die Hausbesetzerszene zeigte sich sehr präsent. Mitglieder der revolutionären Jugend Zürich entrollten auf dem Lindenhof Transparente und zündeten ein Feuerwerk.
Ein beliebtes Sujet auf Transparenten war der «Immo-Hai». Viele Quartierbewohner zeigten ihre Präsenz mit Schildern. Die Bewohnerinnen und Bewohner der mittlerweile schweizweit bekannten «Sugus-Häuser» nahmen ebenfalls in grosser Zahl teil.
Demo quer durch die Innenstadt
Die Demonstration startete auf der Rathausbrücke und dem Limmatquai und führte am Hauptbahnhof vorbei ins Langstrassenquartier zum Helvetiaplatz. Nach rund zweieinhalb Stunden kam sie am Zielort an, wo die Kundgebung mit mehreren Reden und Musik endete.
Der Verkehr in der Innenstadt wurde am Nachmittag ebenso gestört wie diverse Tram- und Buslinien. Vorübergehend waren sieben Tramlinien und zwei Buslinien betroffen. Bei der Walchebrücke starteten verärgerte Automobilisten ein Hupkonzert. Zu Zwischenfällen kam es aber nicht.