Erfreuliche Zahlen: Die neuste Statistik der Suva zeigt, dass die Jugendgewalt bei den 15- bis 24-Jährigen in der Schweiz im Vergleich zu vor fünf Jahren um 40 Prozent zurückgegangen ist.
Dies hat vor allem mit Jugendlichen aus dem ehemaligen Jugoslawien zu tun, berichtet das «SRF» heute. Sie hatten nämlich in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass die Zahl von Gewaltdelikten angestiegen war. «Traumatisierte Jugendliche aus dem ehemaligen Jugoslawien wanderten ein, die eindeutig höhere Kriminalitäts- respektive Gewaltraten aufwiesen», sagt Suva-Statistiker Alois Fässler.
Diese Personen seien heute einerseits älter geworden und damit aus der Statistik gefallen. Andererseits seien sie besser integriert.
Diese Aussage unterstützt auch Integrationsfachmann Thomas Kessler aus Basel: «Man sieht die Fortschritte bei den Menschen aus Ex-Jugoslawien deutlich», sagt Kessler. Sie hätten eine Lehre gemacht und würden sich auf ihre Karriere fokussieren. Das bedeute, dass die Erwerbsquote steige und die Gymnasialquote langsam zunehme, während die Arbeitslosenquote sinke.
So erfreulich dieser Trend ist, umso erstaunlicher jedoch ist die Tatsache, dass er nur bei jungen Männern gilt. Bei Frauen zwischen 14 und 25 nämlich steigt die Gewaltbereitschaft nach wie vor an. Gewalttätig werden sie vor allem an den Wochenenden. Die gefährlichste Zeit ist in der Nacht von Samstag auf den Sonntag zwischen 22 und 6 Uhr.
Unter der Woche gingen die Gewaltdelikte markant zurück. Laut der Studie würden die Jungen dann mehr zu Hause bleiben als früher.
Laut Strafrechtsexperte Martin Killias ist das tatsächlich so: «Die jungen Leute haben heute eine weniger grosse Tendenz, raus zu gehen. Sie verbringen viel mehr Zeit zu Hause am Computer und haben dadurch gar nicht mehr die Möglichkeit, direkt mit anderen Personen aufeinanderzutreffen und sich zu prügeln.»
Zudem nimmt laut SUVA die Schwere der Verletzungen zu. So betragen die Heilkosten pro Fall im Schnitt 600 Franken. Innerhalb von sieben Jahren hat sich dieser Wert verdoppelt. (stj)