Sind zwei Meter Abstand doch zu wenig?
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Virus 30 Minuten in der Luft:Sind zwei Meter Abstand doch zu wenig?

Coronaviren sollen rund 30 Minuten in der Luft bleiben können
Sind zwei Meter Abstand doch zu wenig?

Eine neue Studie im Bezug zur Übertragung aus China zeigt erschreckende Erkenntnisse. Das Virus würde länger ausserhalb des Körpers überleben als angenommen. Allerdings gibt es Kritik an der Studie.
Publiziert: 10.03.2020 um 14:47 Uhr
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Aktualisiert: 10.03.2020 um 18:00 Uhr
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Eine Corona-Studie aus China lässt aufhorchen: Bleiben die Viren doch länger in der Luft?
Foto: imago images/Christian Ohde

Das Coronavirus verbreitet sich rasant aus. Deshalb hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Stufe der Corona-Kampagne auf Rot erhöht. Seit letzter Woche gilt: Abstand zueinander halten. Das sogenannte Social Distancing. Empfohlen werden rund zwei Meter Abstand.

Doch reicht das? Nein, zeigt eine neue Studie eines Forscherteams aus chinesischen Epidemiologen. Die Übertragung könnte durchaus schlimmer sein als angenommen. Und die Empfehlungen des Bundes würden deutlich zu wenig weit gehen. Die «South China Morning Post» hat die Ergebnisse dargelegt. Allerdings hat das Forscherteam die Studie kommentarlos zurückgezogen – ohne eine Erklärung abzugeben.

Laut den Forscher ist der Sicherheitsabstand deutlich zu wenig

Die Studie hatte besagt, dass die Viren rund eine halbe Stunde in der Luft zirkulieren und bis zu viereinhalb Meter weit kommen können. Also einiges weiter als die Sicherheitsempfehlung des Bundes und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die von gerade einmal zwei Metern ausgehen.

Zudem könnten Tröpfchen, die durch husten oder niesen auf der Oberfläche landen, tagelang bleiben und weitere Leute infizieren. Die Forscher gehen davon aus, dass die Coronaviren bei etwa 37 Grad ganze zwei bis drei Tage auf Glas, Stoff, Metall, Kunststoff oder Papier überleben. Und so sei vor allem im ÖV die Ansteckungsgefahr riesig.

Ein Infizierter steckt 13 weitere Personen an

Das Forscherteam stützt ihre Ergebnisse auf einer Untersuchung einer Busfahrt in China vom Januar. Eine Person, die sich bereits mit dem Coronavirus infiziert hatte, unternahm eine vierstündige Busfahrt.

Laut den Forschern steckte die Person dabei insgesamt 13 weitere Menschen an. Mit dem Infizierten hatte aber niemanden Kontakt und einige sassen sogar ganze sechs Reihen entfernt, also viereinhalb Meter.

Bereits Kritik an der Studie

Grund seien die Umstände im Bus. «In einem vollständig geschlossenen Raum werden die Tröpfchen von der heissen Luft der Klimaanlage angetrieben und werden so in grosse Entfernung getragen», beschreibt die Zeitung.

Ein Pekinger Arzt hat sich aber bereits kritisch zur Studie geäussert. Er selber ist an der Diagnose und Behandlung von Covid-19-Patienten beteiligt. Die Studie habe einige Fragen unbeantwortet gelassen – zum Beispiel warum die Passagiere, die direkt neben dem Infizierten sassen, nicht krank wurden. Er warnt: «Unser Wissen über die Übertragung des Virus ist noch begrenzt.» (sib)

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