Erster Kopf rollt nach Bündner Kartell-Skandal
BDP-Politiker Andreas Felix zieht Kandidatur für Regierung zurück

Der Bündner BDP-Politiker Andreas Felix hat nach dem Weko-Entscheid zum Bau-Kartell Konsequenzen gezogen: Er tritt als Regierungsrats-Kandidat zurück!
Publiziert: 27.04.2018 um 18:08 Uhr
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Aktualisiert: 13.09.2018 um 00:10 Uhr
Kandidiert nicht als Regierungsrat: der Bündner BDP-Politiker Andreas Felix.
Foto: Keystone

Sechs Wochen vor den Bündner Regierungsratswahlen hat BDP-Kandidat Andreas Felix den Verzicht auf seine Kandidatur erklärt. Der 53-jährige Politiker gab am Freitag gleichzeitig seinen Rücktritt als Präsident der Bündner BDP bekannt.

Seine Rolle als Geschäftsführer des Graubündnerischen Baumeisterverbandes sei im Zusammenhang mit den illegalen Preisabsprachen auf dem Bau im Unterengadin zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden, sagte Felix. Nochmals betonte er, nichts von den Absprachen gewusst zu haben.

Der Verband sei an den Absprachen nicht beteiligt gewesen. Es sei aber schwierig geworden, diese Tatsache glaubwürdig zu vermitteln, zumal die Manipulationen nationales Echo ausgelöst hätten. «Wir waren zu gutgläubig», betonte Felix sechs Wochen vor den Regierungsratswahlen in Graubünden.

Nur noch ein Kandidat

Felix gab seinen Verzicht am frühen Freitagabend im bündnerischen Seewis im Prättigau bekannt. Dort, wo die nationale BDP am (morgigen) Samstag ihre Delegiertenversammlung abhält.

Nach dem Verzicht von Felix führt die BDP mit dem amtierenden Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini den Wahlkampf mit einer Person weiter. Die BDP gibt damit ihren zweiten Sitz in der fünfköpfigen Regierung vorzeitig und kampflos preis, wie Vizepräsident Beno Niggli der Nachrichtenagentur sda bestätigte.

Grösstes Kartell der Geschichte

Am Donnerstag hatte die Wettbewerbskommission (Weko) bekanntgegeben, dass sie sieben Unterengadiner Baufirmen wegen illegaler Absprachen mit insgesamt 7,5 Millionen Franken büsst. Die Unternehmen hatten bei etwa 400 öffentlichen und privaten Projekten im Hoch- und Tiefbau die Preise abgesprochen und die Aufträge untereinander verteilt. Es handelte sich um den schweizweit bisher grössten Fall von Preisabsprachen auf dem Bau.

Felix hatte gleichentags betont, als Geschäftsführer des Graubündnerischen Baumeisterverbandes (GBV) nichts von den Manipulationen gewusst zu haben. Allerdings wehte ihm am Freitag von den Kommentarspalten der Zeitungen ein eisiger Wind entgegen, so dass er seine Chancen auf eine Wahl in die Regierung vermutlich auf den Nullpunkt sinken sah. (SDA)

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