Für Radio SRF ist er «der Coole im Bundesrat», wie das Publikum am Tag der Gesamterneuerungswahlen am 11. Dezember erfahren durfte.
Nun hat der Coole also eine Untersuchung eingeleitet. Sozialminister Alain Berset will wissen, ob die Praxis seines Bundesamts, die kantonalen IV-Stellen mit rigorosen Sparvorgaben unter Druck zu setzen, wirklich okay ist.
Weiter lässt der EDI-Vorsteher prüfen, was es mit der Gutachterszene auf sich hat. Die besteht aus einem Kreis von Ärzten und Firmen, die sich mit Abklärungen – vor allem mit dem Gesundstempeln von Patienten – eine goldene Nase verdienen.
Der magistrale Untersuchungsbefehl ist lobenswert. Vorangegangen war eine Artikelserie im SonntagsBlick, die das Gebaren in diesem Milieu mit neuer Deutlichkeit aufzeigte.
Man reibt sich die Augen: Nachfragen des SonntagsBlicks, zur Problematik Stellung zu nehmen, wurden mit einer Absage quittiert. Das sei derzeit kein Thema, liess der Sozialdemokrat ausrichten. Lieber redet Alain Berset über Alain-Berset-Fotobände, über Alain Bersets Lieblingskunst – oder einfach über Alain Berset.
Wenige Wochen später will derselbe Bundesrat plötzlich jene Sache unter die Lupe nehmen, die eben noch kein Thema war.
Dazu widersprechen Berset und sein Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) einander öffentlich. Das BSV findet seine Strategie völlig legitim.
Und fast vergessen geht, dass sich der Chef an der Departementsspitze sieben Jahre Zeit liess, um die Zustände untersuchen zu lassen.
All das ist – ziemlich cool.