Post-Chefin Susanne Ruoff präsentiert sich als Sauberfrau. Am Dienstag hat sie vor den Medien gesagt, sie wisse erst seit vergangenem November vom Bschiss bei der Postauto AG.
Das stimmt so nicht. Sie war seit 2013 über zweifelhafte Praktiken im Bild.
Hätte Ruoff offengelegt, dass die Buchhaltungstricks der Postauto-Sparte immer wieder ein Thema waren, dass Konzernleitung und Post-Verwaltungsrat die Tricks aber anders und aus heutiger Sicht wohl falsch beurteilt hätten – sie wäre wohl aus dem Schneider.
Aber sie hat ihren Auftritt vor den Medien nicht genutzt, um reinen Tisch zu machen. Sondern die Wahrheit verschleiert.
Dazu kommt: Postauto-Leiter Daniel Landolf hatte in den vergangenen Jahren Ruoff mehrfach vor den fragwürdigen Praktiken gewarnt. Und ausgerechnet ihn hat sie vor die Tür gestellt.
Mit ihrem Verhalten untergräbt Susanne Ruoff ihre Glaubwürdigkeit. Als Post-Konzernchefin leitet sie nicht irgendein Unternehmen, sie steht an der Spitze eines der wichtigsten Staatsbetriebe.
Sie hat ihrem eigenen Ansehen Schaden zugefügt und damit auch jenes der Post angekratzt. Und sie hat einen verdienten Mitarbeiter diskreditiert. Das öffentliche Urteil über Ruoff dürfte klar sein.
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