Zürich ehrt die Star-Künstlerin
Alles paletti, Pipilotti

Die Videokünstlerin Pipilotti Rist (53) bekommt in ihrer Heimat ihre eigene Einzelausstellung.
Publiziert: 25.02.2016 um 20:07 Uhr
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Aktualisiert: 11.09.2018 um 15:26 Uhr
Katja Richard

Sie verwandelt das Kunsthaus Zürich in eine Villa Kunterbunt: Pipilotti Rist (53). Die Schweizer Videokünstlerin gehört in die Top Ten der internationalen Kunstwelt – jetzt ehrt ihre Heimat sie mit einer Einzelausstellung.

Schon draussen an der Fassade sorgt eine Lichtinstallation für Farbtupfer, aus einem Kamin steigen Seifenblasen auf. «Ich möchte, dass die Besucher die Ausstellung in Beschlag nehmen und sich hier wie in einem grossen gemeinsamen Wohnzimmer fühlen», erklärt die Künstlerin.

Drinnen ist es dunkel, das macht Pipilotti bewusst: «Mit weniger Licht fühlen sich die Leute sicherer.» Sie will nicht, dass ihre Kunst angehimmelt, sondern mit allen Sinnen erlebt wird. «Man darf sich aufs Sofa setzen und ins Bett legen», sagt sie lachend.

Pipilotti Rist stammt aus dem Rheintaler Dorf Grabs SG, heute lebt sie mit Partner Balz Roth (54), einem Ingenieur, und Sohn Himalaya (13) zurückgezogen in einem Haus am Zürcher Stadtrand. «Wer wilde Sachen machen will, muss ein ruhiges Leben führen», sagte sie dazu einst. Besonders wild war ihre Video­installation mit nackten Evas in der Kirche San Stae an der Biennale in Venedig vor zehn Jahren. Die Besucher waren begeistert, nicht so die katholische Kirche – das frivole Werk wurde nach vier Monaten vom Bischof gesperrt.

Nacktheit ist für Pipilotti Rist kein Tabu. «Wir brauchen mehr Haut und weniger Angst vor der Berührung», sagt die Künstlerin, die sich in ihren Installationen immer wieder nackt zeigt: «Das bin nicht mehr ich, sondern einfach ein Körper.» Ob nackt oder nicht – Pipilotti steckt noch voller Ideen, etwa für einen Spielplatz für Erwachsene. Den gibt es im Kunsthaus Zürich bereits jetzt – die Ausstellung dauert bis am 8. Mai.

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