Bekannt geworden ist der US-amerikanische Mike Van Audenhove in der Schweiz vor allem als Illustrator des «züritipp», der Veranstaltungs-Beilage des «Tages-Anzeiger».
Manch einer führte sich jeweils am Donnerstagmorgen in dieser Beilage zuerst den neuen Cartoon zu Gemüte, bevor er die Kino- und Theatertipps aufschlug. Immer führte einem Mike van Audenhove liebevoll und mit leiser Ironie die Wunder und die Tücken des Alltags vor Augen.
«Ich beobachte gerne und schnappe meine Ideen überall auf, wo ich mich gerade aufhalte: vor dem Fernseher, beim Flanieren, auf Besuch, im Tram, beim Zahnarzt. Das sind Alltagssituationen, in denen sich die meisten wiedererkennen», zitierte der Tages-Anzeiger seinen Zeichner.
Viele der Geschichten Van Audenhoves spielen in Zürich. Beim Grossmünster, beim Bellevue, an der Bahnhofstrasse treten seine Figuren auf, verschroben, skurril, immer leicht linkisch und daneben, und gleichwohl präzis aus dem Leben geschöpft.
Wenn einer auf einem Zürcher Trottoir auf einer Eisfläche ausgleitet, nach etlichen Luftkapriolen mit lautem Knall auf dem Kopf landet und die Mütze daneben, dann eilen ihm zwei ältere Damen nicht zu Hilfe. Sie gehen seelenruhig ihres Wegs und wundern sich: «Schlimm, was die Leute heutzutage alles tun für Geld!», sagen sie und halten uns mit dieser Pointe treffsicher und böse unser aller Engstirnigkeit vor.
Mike Van Audenhove wurde 1957 in den USA als Sohn belgischer Immigranten geboren. Im Alter von zehn Jahren kam er in die Schweiz. Hier besuchte er das Institut Montana der Hochschule Zugerberg. In den 1970er Jahren kehrte er in die USA zurück. In New York stellte er 1979 seine ersten Cartoons aus.
Später bereiste er verschiedene Länder und arbeitete als Bäcker, Dachdecker, Chauffeur und Tennislehrer. Seit Mitte der 80er Jahre lebte Mike Van Audenhove in Rudolfstetten AG. In den letzten zwölf Jahren zeichnete er für den «züritipp».