Manche verzichten aufs Fliegen oder aufs Fleisch, andere streiken. Lisa Schneider (18) schreibt Bücher. «Das ist mein Weg, mich für den Schutz von Klima und Natur einzusetzen», erklärt die Gymi-Schülerin aus Basel. Gestreikt hat sie noch nie: «Ich schliesse das nicht aus. Wichtig ist mir aber, dass solche Aktionen friedlich ablaufen.» Ist Lisa ein Streber? Sie lacht: «Klar, im positiven Sinn. Lernen ist mir wichtig.»
Mit der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg (16) mag sie sich nicht vergleichen. «Ich habe grossen Respekt davor, was sie weltweit bewegt. Wichtig finde ich, dass jeder von uns seinen Beitrag leistet, denn mit vielen kleinen Schritten Einzelner kann man Grosses bewegen.»
Lisa will jede Generation erreichen
Im September erscheinen gleich drei Bücher von Lisa, alle behandeln den Schutz der Umwelt und des Klimas. Eines davon heisst «Mission: Umweltschutz» und ist für Kinder zwischen drei und sieben Jahren, denn: «Sie werden den Klimawandel mit allen Konsequenzen erleben, und es ist die junge Generation, die etwas unternehmen werden muss.»
Auch Lisa kam bereits in jungen Jahren mit dem Thema in Berührung. Damals schenkte ihr der Vater das Buch mit der legendären Rede von Chief Seattle von 1854. Alfonso Pecorelli (58) erinnert sich gut daran, wie er als Teenager die weisen Worte des Indianerführers richtiggehend verschlungen hatte.
Plädoyer für unsere Erde
Zwar wird die Echtheit des Textes teilweise angezweifelt, dennoch prägte das Plädoyer für den Schutz der Erde von 1854 bereits die erste Umweltbewegung in 1980er-Jahren. Pecorelli ist überzeugt, dass sie es auch heute wieder tut. «Es sind visionäre Worte, die aktueller sind denn je.» Zusammen mit seiner Tochter hat er den überlieferten Text neu übersetzt und zeitgemäss interpretiert.
Illustriert vom Berner Oberländer Pascal Scheidegger, eignet sich die «Botschaft an die Menschheit» schon für Grundschüler. Das dritte Buch «Wie wir die Erde retten» ist für Erwachsene.
Ihr Vater ist ihre Inspiration
Pecorelli gibt die Bücher seiner Tochter im eigens gegründeten Verlag Riverfield heraus und ist auch Co-Autor der Umwelttrilogie für jede Generation. Lisa veröffentlichte schon mit 16 einen Bestseller mit dem historischen Roman «Tränen der Freiheit». Mit 15 hatte sie ein Praktikum bei der «Basler Zeitung» gemacht.
Was ist ihre Inspiration? «Sicher mein Vater, ich habe schon früh mitbekommen, wie er selber Bücher geschrieben hat.» Ausserdem schreibt die Gymi-Schülerin lieber selber als zu lesen. Ihre Noten sind gut, Lisa träumt davon, Ärztin zu werden. «Als Schriftstellerin ist es härter, sein Brot zu verdienen», so Pecorelli lachend.
Print statt online
Bleibt denn der jungen Frau überhaupt noch Freizeit? «Ja klar, ich bin eine ganz normale Schülerin, treffe Freunde, gehe mit unserem Hund spazieren und mache Sport.» Was Lisa von den meisten Gleichaltrigen unterscheidet: «Ich bin nicht auf Social Media, weder auf Facebook noch auf Instagram. Mich interessiert das einfach nicht, und ich habe auch keine Lust, mein Privatleben öffentlich zu machen.» Ihre Interessen teilt sie lieber auf altmodischere Weise: in Büchern.