«Das ist absolut dämlich, ich habe mich richtig aufgeregt.» Im Interview mit dem «St. Galler Tagblatt» spricht Nik Hartmann (47) darüber, wie sehr es ihn ärgert, dass sich viele Menschen nicht an die Empfehlung des Bundesrats gehalten haben – und am vergangenen Wochenende trotz Corona wandern gegangen sind.
Der ehemalige SRF-Mann, der nun zu CH Media wechselt, war gerade für seine Wandertouren bekannt. Der Publikumsliebling überzeugte mit seiner Sendereihe «SRF bi de Lüt». 2019 machte er sich mit Border Collie Oshkosh in 30 Tagen von Vaduz (FL) auf nach Montreux VD.
«Es gilt das Gebot, zu Hause zu bleiben»
Über die Wochenendwanderer sagt er: «Ich dachte mir: ‹Ihr seid Tuble›, also Sorry». Es sei das falsche Verständnis von Selbstbestimmung, wenn man jetzt nach draussen gehe. «Wenn jeder denkt: ‹Wir gehen nur ein bisschen raus, dort hat es ja genug Platz›, dann funktioniert es nicht.»
Es mache keinen Sinn, da alle Beizen und Hütten sowieso geschlossen haben, findet Hartmann. «Zudem gilt ja das Gebot, möglichst zu Hause zu bleiben.» Doch nicht nur über die Wanderer habe er sich geärgert, auch über die Velofahrer. «Ja, das stört mich.» Trotzdem sei es fatal, wenn nun jeder «ein bisschen Polizist» spielen würde.
Nik Hartmann versucht der Situation aber auch etwas Gutes abzugewinnen. «Ich habe den Eindruck, dass die Welt zusammengerückt ist und dass das Bewusstsein für Notsituationen grösser geworden ist.» Ab dem 1. November 2020 wird der Fernsehwanderer bei CH Media als Co-Leiter Eigenproduktionen TV National starten und dort ein Team von 60 Menschen leiten. «Ich bin gerne Leader und bin bereit dafür.» (paf)