Das ist von Trumps Rede in Davos zu erwarten
«America is open for business»

Die Reise nach Davos sei für den US-Präsidenten vor allem ein Marketingauftritt, glaubt US-Politikexpertin Lora Anne Viola. In seiner Rede werde er für die «Jeder schaut auf sich»-Politik werben und betonen, wie unfair die Globalisierung für die USA gewesen sei.
Publiziert: 25.01.2018 um 11:58 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 14:13 Uhr
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Was wird er in Davos sagen? US-Präsident Trump.
Foto: Evan Vucci
Cinzia Venafro

Wenn US-Präsident Donald Trump (71) morgen Freitag spricht, hört die Wirtschafts- und Politelite in Davos genau hin. «Aber Trump wird seine Rede vor allem für seine Wähler daheim halten», sagt USA-Expertin Lora Anne Viola, Professorin für Aussen- und Sicherheitspolitik am John-F.-Kennedy-Institut in Berlin. Grund: Das Enthüllungs-Buch «Fire und Fury» (Feuer und Zorn) sowie die Spekulationen über den geistigen Gesundheitszustand Trumps hätten die Schlagzeilen in den letzen Wochen beherrscht. «Diese Reise ans WEF ist jetzt eine Art Marketing-Reise, um neue, positive Presse zu generieren», so Viola.

Werbung für Steuerreform

Der Präsident werde Werbung für seine Steuerreform machen und betonen, wie positiv diese von der Börse aufgenommen worden sei. «Seine Botschaft wird zudem sein: America is open for business – die USA sind das Land, wo man investiert und wo Wirtschaftsgrössen ihre Firmensitze und Produktionsstandorte hinverlegen sollen», ist Viola überzeugt.

Mit Trump reist ein bekennender Anti-Globalist nach Davos. «Der Wirtschaftselite wird er aber auch sagen: I am one of you – Ich bin auch einer von euch, ein Geschäftsmann», so die USA-Expertin. «Er wird alle dazu auffordern, in erster Linie auf sich selbst zu schauen. In seiner Logik geht es dann allen besser.»

Schlüsselwörter wie «The forgotten» sind zu erwarten

Viola ist überzeugt: «Trump wird sich hüten, über Themen wie Nordkorea zu sprechen.» Er werde bei Wirtschaftsthemen bleiben. Und er werde seine Rede mit seinen Schlüsselwörtern wie «America first», «The forgotten» (die Vergessenen) und «Workers» (Arbeiter) ausschmücken.

Und die Schweiz? Das Gastland des WEF spiele für Trump keine grosse Rolle, so Viola. «Es wird einerseits eine positive Rede sein: Trump wird betonen, was ihm alles gelungen ist», sagt die Expertin. «Und es wird eine negative Rede sein, weil Trump ausbreiten wird, wie «böse die Welt mit den USA war und wie schlecht es der US-Wirtschaft deshalb ging».

Trump am WEF in Davos

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